Das Geld ist da, aber die Weltbanken machen nichts. Und Länder wie China oder die USA blockieren die Umsetzung brauchbarer Klimaschutzziele. Für die «Queen of Punk», Mode-Ikone Vivienne Westwood, ist jetzt das Maß voll und sie spendet eine Million Pfund (1,2 Mio. Euro) für die Rettung der tropischen Regenwälder und damit gegen den Klima-Wandel. Denn: Es ist die einfachste Form, diese Erde zu schützen.
Wir müssen mit dem Klimaschutz dort beginnen, wo es am einfachsten ist, so Vivienne Westwood zum Regenwaldschutz. Foto: © Vivienne Westwood.
Wir dämmen artig unsere Häuser, denken an Energieeffizienz allerorten, haben ein schlechtes Gewissen, wenn wir fliegen, doch was passiert mit dem ach so wichtigen Regenwald? Die Nummer eins in Sachen Klimaschutz?! Das soll sich nun ändern, geht es nach der Punk-Lady Vivienne Westwood.
Supermodels wie Kate Moss und Lily Cole machen mit oder Schauspielerin Sadie Frost («Bram Stokers Dracula», «Shopping») – sie und weitere 130.000 Unterstützer setzen sich für die Umweltschutz-Organisation «Cool Earth» ein. Cool Earth wurde 2007 von dem ehemaligen britischen Minister Frank Field gegründet, um die Zerstörung der tropischen Regenwälder zu stoppen. Nun hat Vivienne Westwood, letztlich auch aufgrund des Versagens der Politik, eine Million Pfund in die Hand genommen, um mehr für den so wichtigen Schutz der tropischen Regenwälder zu unternehmen.
Nicht nur für das Klima und den Menschen ist die Abholzung der Regenwälder eine Bedrohung. Auch für Tiere wie diesen süßen Orang-Utan. Foto: © BOS Deutschland
Ihre drastische Forderung: «Die Menschheit ist vom Aussterben bedroht, geht das Abholzen der tropischen Regenwälder so weiter. Zudem ist der Schutz der tropischen Regenwälder die einfachste und wirkungsvollste Methode, den Klimawandel aufzuhalten! Warum sollen wir um das Klima zu schützen mit Dingen anfangen, die es noch gar nicht gibt?! Warum nicht dort mit dem Klimaschutz anfangen, wo es am einfachsten ist, im tropischen Regenwald?»
Unter dem Kampagnenamen «No Fun Being Extinct», was so viel heißt, wie es ist kein Spaß ausgelöscht zu werden, will Vivienne Westwood keine Zeit mehr verstreichen lassen und die Menschen zum aktiv werden animieren. Laut Vivienne Westwood und angesichts der Klimaschutzkonferenz im südafrikanischen Durban mit leidigen Diskussionen die zu keinem Ergebnis in Sachen Klima-Schutz führen, hat die Politik versagt. Es wird diskutiert und diskutiert, aber geschehen ist nichts. Illegale Abholzungen gehen immens voran und die Weltbank sowie zwei weitere Organisationen, die seit 2008 mit einem Budget von 600 Millionen Dollar (450 Mio. Euro) zum Schutz des tropischen Regenwaldes ausgestattet sind, unternehmen nichts. Lediglich etwa 12 Millionen Euro des Geldes wurden bis dato zum Schutz der Lebensader Regenwald eingesetzt.
Abholzung der tropischen Regenwälder muss gestoppt werden. Das schadet jedem. Doch die Politiker können sich nicht einigen. Foto: © BOS Deutschland
Britische Medien sind dieser Tage voll von Interviews der engagierten Mode-Designerin, in denen Sie das britische Volk auffordert, lieber «einen Fünfer» für Cool Earth zu spenden, als auf die Klimaschutz-Ziele in Durban zu warten.
Dass das Regenwald-Schutzprojekt Cool Earth erfolgreich ist, zeigen die Zahlen. Indigene Völker in Peru, dem Amazonas-Gebiet oder Borneo erhalten nachhaltige Unterstützung vor Ort, werden darin geschult, ihre Wälder selbst zu schützen. Wer ab einem Pfund spendet, kann bereits einen Baum schützen. Vor Ort produzierter Schmuck ist genauso im nachhaltigen Angebot von Cool Earth und zum Schutz des tropischen Regenwaldes und wer nicht einmal 50 Euro ausgibt, schützt ein ganze a an Regenwald, Google Earth-Link und Zertifikat inklusive. Auch Cool Earth-Kaffee und Kakao aus nachhaltiger Produktion ist erhältlich oder Designer-Geschirrtücher, exklusiv von der Mode-Ikone Westwood designed.
Cool Earth und Vivienne Westwoods Engagement für den Schutz tropischer Regenwälder: Eine kleine Initiative mit viel Wirkung
Die Zerstörung der tropischen Regenwälder verursacht jährlich einen CO2-Ausstoß, vergleichbar mit dem der USA – 1,6 Milliarden Tonnen CO2. Damit trägt die Regenwald-Zerstörung zu 20 % des weltweiten CO2-Ausstoß bei, so der um dem Orang-Utan-Schutz bemühte Verein Borneo Orangutan Survival, BOS Deutschland e.V. Schauen Sie auf die Uhr: In den nächsten 24 Stunden wird so viel CO2 durch die Regenwald-Abholzung auf der Welt in die Atmosphäre geschleudert, wie wenn 8 Millionen Menschen im gleichen Zeitraum von London nach New York fliegen würden.
Regenwälder haben vor dem großangelegten Raubbau 14 % der Erdoberfläche bedeckt. Heute nur noch 6 %. Noch ist doppelt so viel CO2 in den tropischen Regenwäldern gebunden, wie die ganze Erdatmosphäre enthält. Obwohl die Weltbank und zwei weitere Organisationen seit nunmehr 4 Jahren 600 Mio. Dollar zur Verfügung haben, setzen das Geld nicht ein.Ab einem Euro kann ein Baum nachhaltig geschützt werden.
Die eindringlichen Argumente von Vivienne Westwood, deren Logik keiner bestreiten kann:
Quellen: Vivienne Westwood, Cool Earth, BOS Deutschland, Text: Jürgen Rösemeier

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