Kleider machen Leute und Farben machen Räume. Wer bei der Wahl der Farben auf Nummer sicher gehen will und auf Natürlichkeit setzt, findet unter den heute im Handel erhältlichen Naturfarben eine breite Palette an unbedenklichen Anstrichen. Denn Naturfarben für Wände, Decken oder Gegenstände bestehen aus rein natürlichen Bestandteilen wie Kalk, Lehm, Ölen und Pigmenten.
Naturfarben sollten konventionellen Farben vorgezogen werden. Einer modernen Optik stehen sie in nichts nach. Die wichtigsten Natur- oder Bio-Farben und deren Vorteile. Foto: © Thinkstockphotos
Wer liebt es nicht, kunstvoll gestaltete Wand- und Deckenflächen in seinem Haus oder seiner Wohnung zu haben. Natur- oder Bio-Farben sind hierbei die ideale Basis nicht nur um Räume zu verschönern, sondern auch die beste Voraussetzungen für ein gesundes, schadstofffreies Raumklima. Der Vorteil der Naturfarben ist, dass sie lösungsmittelfrei und beispielsweise nicht auf Kunstharzdispersion basieren wie die herkömmlichen Dispersionsfarben. Zudem bietet nahezu jeder Hersteller von Naturfarben eine ehrliche Volldeklarierung an. Da heißt es nicht einfach nur „umweltfreundlich“ oder schadstofffrei“, sondern jeder Bestandteil wird aufgeführt. Kein Wunder, bleiben doch synthetische Gift- und Schadstoffe außen vor. Somit sind Naturfarben nicht nur für Allergiker die erste Wahl, sondern für jeden, der wissen will womit er streicht und dabei auf Natürlichkeit setzen möchte.
Wer an die Naturfarben mit Lehm denkt, hat vielleicht nur Schlammtöne vor dem geistigen Auge. Doch Lehm ist vielseitig mit natürlichen Pigmenten färbbar und ist in mehr als hundert Farbtönen erhältlich. Diese reichen von warmen Erdtönen bis zum grellen gelb oder saftigen grün. Naturfarben aus Lehm bestechen durch ihre positiven Eigenschaften. Denn Lehm kann Feuchtigkeit speichern, Gerüche neutralisieren und ist atmungsaktiv, sorgt damit für ein wohliges Raumklima. Mehr zu Naturfarben aus Lehm.
Auch Naturfarben aus Kalk oder Kalkcasein sind atmungsaktiv und enthalten in Bio-Qualität keinerlei chemische Zusätze. Kalkfarben haben eine lange Tradition und erleben heute eine Wiedergeburt. Kalkfarben sind vielseitig einsetzbar und haften auf allen mineralischen Untergründen, auf Raufasertapete oder Gipskartonplatten. Aufgrund des hohen alkalischen pH-Wertes wirken Kalkfarben desinfizierend und können präventiv gegen Schimmel wirken.
Kalk-, wie auch Lehmfarben, weisen eine hohe Deckkraft auf und sind beide leicht zu verarbeiten. Mehr Informationen zu Kalkfarben.
Knallig bunt oder dezent: Naturfarben kommen in vielen Farbtönen daher. Foto: © Auro AG
Wie bei allen Farben basiert die Farbenpracht auch der Kreidefarben auf deren hoher Pigmentdichte. Kreidefarben sind vielseitig einsetzbar, halten auf fast jedem Untergrund, besonders gut auf Putz, Tapeten oder Holz. Auf Holz verwendet, kann die Kreidefarbe auch mit Lack oder Wachs überzogen werden. So werden etwa alte Möbel zu wahren Schmuckstücken. Dann wird der pudrig-matte Effekt der trockenen Kreidefarbe mit Glanz erweckt. Kreidefarben sind zudem abtönbar und wischfest. Auch auf Rügen wird übrigens Kreide abgebaut, die in der Naturfarben-Herstellung verwendet wird.
Wer zum Frühstück Müsli ist, begegnet ihnen häufig, den Leinsamen. Die Samen einer der ältesten Kulturpflanzen bilden die Basis für das seit Jahrtausenden verwendeten Öls zur Holzkonservierung und -Pflege, das Leinöl. In vergangenen Jahrhunderten stellten viele ihr reines Leinöl beziehungsweise ihre Leinölfarbe selbst her. Mit der Industrialisierung wurde mehr und mehr auf die Chemie gesetzt und die Leinölfarbe verlor seine Bedeutung. Heute wird die Leinölfarbe als effektiver, natürlicher Schutz von Holz im Innen- und Außenbereich entdeckt. Holzfenster oder Balken von Fachwerkhäusern werden hiermit ebenso effektiv geschützt wie eine hölzerne Treppe oder die schöne Holzterrasse.
Diese und andere Naturfarben sind allesamt unbedenklich für die Verwendung in Innenräumen, strahlen lange eine große Farbwirkung aus und sind meistens genauso gut zu verarbeiten wie konventionelle Farben. Durch die hohe Deckkraft natürlicher Farbpigmente oftmals sogar besser. Weitere Vorteile der Leinölfarbe.
Informationen zu und Bezugsquellen von Naturfarben
Text: Jürgen Rösemeier

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