Seit Sommer 2010 verkauft eine Initiative in London frisches Bio-Gemüse in einem Supermarkt. Bis dahin noch nichts Besonderes. Die Food from the Sky-Initiative baut das Gemüse allerdings 10 Meter über dem Supermarkt an. Direkt auf dessen Dach in 300 recycelten Behältern. Bleibt etwas übrig im Regal, dann kommt es wieder in den natürlichen Kreislauf.

Food from the Sky: Urban Gardening vom Dach in den Supermarkt

Vom Dach des Supermarktes direkt in die Auslage: Bio-Gemüse der Food from the Sky-Initiative, London. © Food from the Sky

Die Food from the Sky-Initiative bietet seit Juni 2010 in einer Millionenstadt das wohl frischeste Gemüse in einem Supermarkt, das sich ein Städter vorstellen kann. Es werden verschiedene Salatsorten angebaut, Spinat, Tomaten, Gurken, Kräuter, Bohnen, Pak Choi, Karotten Erbsen, und Radieschen. Entstanden ist das Food from the Sky-Projekt durch eine Kooperation des Supermarktes Thornton`s Budgens und Begründer Azul-Valerie Thome, eine Londonerin, die ihr Leben änderte und die Welt ein klein wenig besser machen will. Versorgt und bestellt wird dieser ungewöhnliche Garten von Freiwilligen, die die Pflanzen hegen und pflegen. Wird etwas im Supermarkt nicht verkauft, dann kommt es entweder auf den Kompost und wird zu neuer, fruchtbarer Erde oder dient als Nahrung in der Wormery, der Wurmaufzucht für einen vitalen Boden.

Mehr noch, das Projekt Food from the Sky hat auch seinen eigenen Bienenstock. Nicht zur Herstellung von Honig, sondern um einerseits für eine optimale Befruchtung der Pflanzen zu sorgen, und, zum anderen, um etwas für die Artenvielfalt zu tun. Denn nicht nur in Städten, sondern flächendeckend sind Bienen von einem Artensterben betroffen, ein Rätsel, dass die Wissenschaft nach wie vor nicht eindeutig begründen kann.

Doch die Kooperative leistet noch mehr. Denn sie schult Laien wie Fachleute in Fragen der Permakultur und dem eigenen Anbau. Auch ist ein Leitfaden in Arbeit, der für die Nutzung weiterer Dachflächen oder Supermärkte als Anleitung dienen soll, dem erfolgreichen Food from the Sky-Projekt nachzueifern. Das ehrgeizige Ziel ist es, die Lebensmittelversorgung in Städten zu wandeln und die am meisten „zementierten Flächen der Stadt“ zu einer grünen Oase zu machen. Das dieses ganzheitliche Projekt in jeglicher Form Früchte trägt und nicht zuletzt der Gemeinschaft zugutekommt, zeigt auch die Tatsache, dass Wissenschaftler 24 Tierarten nachgewiesen haben, die regelmäßig in dieser kleinen grünen Oase vorbeischauen oder sich dort sogar angesiedelt haben.

Auch in Deutschland setzt sich das Urban Gardening immer mehr durch. Das Potenzial der deutschen Flachdächer ist hierbei noch gar nicht genutzt. Obwohl es 1200 Quadratkilometer dieser Fläche alleine auf Nicht-Wohngebäuden in Deutschland gibt, laut Berechnungen des Fraunhofer Institut für Umwelt, Sicherheits- und Energietechnik, UmSicht.

Mehr Informationen zu Food from the Sky.

Text: Jürgen Rösemeier

Land Art: Kunst von Cornelia Konrads

Das ist das frische Ergebnis aus einem der vielen Gemüsebeete, das in fünf Minuten im Supermarkt liegt. (c) Food from the Sky

Land Art: Kunst von Cornelia Konrads

Ein Team aus enthusiastischen Freiwilligen hegt und pflegt den Dachgarten. © Food from the Sky

Food from the Sky: Urban Farming vom Dach in den Supermarkt

Insgesamt wurden 300 Kübel recycelt, aber auch hölzerne Hochbeete dienen als Gemüsebeete. © Food from the Sky

Food from the Sky: Urban Farming vom Dach in den Supermarkt

Bohnen am Begrenzungszaun. © Food from the Sky

 


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