Das Thema Mitarbeiterbeteiligungen wird in Deutschland noch immer stiefmütterlich behandelt. Dabei stecken dahinter großen Chancen, die Motivation und Leistungsfähigkeit der Arbeitnehmer zu fördern.

Nur 43 Prozent der Dax-Konzerne bieten Mitarbeiteraktien an, ergab eine Untersuchung der Unternehmensberatung Tower Watson für die Europäische Förderation für Arbeitnehmerbeteiligung. Gerade in Deutschland stellt dies, vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, einen entscheidenden Nachteil bei der Suche nach qualifizierten Bewerbern dar. Auch der deutsche Mittelstand zeigt sich zurückhaltend beim Thema Mitarbeiterbeteiligung. Nur bei einem Prozent der mittelständischen Unternehmen sind Mitarbeiter am Kapital und neun Prozent am Unternehmensergebnis beteiligt. Das berichtet der Newsletter „Business Briefing“ vom Handelsblatt.

Mitarbeiter-Beteiligung als Motivationsspritze

Mitarbeiter-Beteiligung als Motivationsspritze ©iStockphotos

Viele deutsche Unternehmen verpassen damit eine große  Chance ihr Image am Arbeitsmarkt zu erhöhen und die Motivation der Mitarbeiter zu fördern. Mitarbeiter, die eigenverantwortlich arbeiten und vom Unternehmenserfolg partizipieren sind innovativer, leistungsbereiter und bringen mehr eigene Ideen ein. So ergab die Studie „Workplace Performance. Worker Commitment and Loyality“ der Scheffielder Ökonomieprofessorin Sarah Brown, dass die effizientesten Ideen in Industriekonzernen, die Grundlage für Einsparungen in Millionenhöhe waren, von Mitarbeitern kamen.

Eine Umfrage der Privaten Hochschule Göttingen wiederum kam zu dem Ergebnis, dass Mitarbeiter, die Unternehmensbeteiligungen erhalten, besonders stark motiviert  bei ihrer Arbeit sind.

Viele Vorteile

Die Vorteile sind für die Unternehmen vielschichtig. Gehaltserhöhungen führen oft zu einer Lohnspirale, da andere Mitarbeiter auf eine Gleichbehandlung pochen. Eine Beteiligung beispielsweise am Gewinn ist deshalb eine

attraktive Alternative um leistungsstarke Mitarbeiter zu fördern und die Identifikation mit dem Arbeitgeber zu erhöhen.

Der Arbeitskreis Mittelstand der Friedrich-Ebert-Stiftung ordnet der Mitarbeiterbeteiligung ebenfalls eine große Bedeutung zu. Die Experten fordern deshalb ein stärkeres Engagement der Politik und Sozialpartner, damit dieses Thema mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit getragen wird. Dr. Philipp Rösler, Bundesminister für Wirtschaft und Technologie will Mitarbeiter-Kapitalbeteiligungen mehr in den Fokus der Unternehmen rücken. Gegenüber der FAZ erklärte er, dass bürokratische Hürden bei der Mitarbeiter-Kapitalbeteiligung optimiert werden müssten. Dementsprechend habe er beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales um eine sorgfältige Prüfung gebeten.

Stabiler in Krisenzeiten

Mitarbeiterbeteiligungen zahlen sich auch in Krisenzeiten aus. Eine von der britischen Einzelhandelsgruppe John Lewis Partnership in Auftrag gegebenen Studie kam zu dem Ergebnis, dass Unternehmen, die Mitarbeiterkapitalbeteiligungen einsetzen in Krisen weniger insolvenzgefährdet und wirtschaftlich stabiler sind.

Alles Gründe um dieses wichtige Thema zu forcieren. Bleibt zu hoffen, dass die Unternehmen die Zeichen der Zeit erkennen und ihre Mitarbeiter am wirtschaftlichen Erfolg beteiligen.

Text: Peter Rensch   Bild: iStockphotos/Thinkstock


Das könnte Sie auch interessieren

  • Große Studie zur Arbeitsbelastung

    Große Studie zur Arbeitsbelastung
    Immer mehr Arbeitnehmer in Deutschland leiden unter psychischen Problemen. Als Folge davon sind sie im Job weniger leistungsfähig. So wundert es nicht, dass viele Arbeitnehmer unter psychischen Erkrankungen, wie dem Burnout-Syndrom, leiden. Die Technische Universität Chemnitz und das Sigmund-Freud Institut legen Ergebnisse ihrer Studie vor. Weiterlesen

  • Führungskräfte: Wie führe ich richtig?

    Führungskräfte: Wie führe ich richtig?
    Eine amerikanische Forschungsstudie zeigt, dass nicht falsche Entscheidungen die Manager ins Stolpern bringen, sondern falscher Ehrgeiz und die mangelnde Einbindung der Mitarbeiter. Weiterlesen

  • Wege aus der Depression

    Wege aus der Depression
    Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa fünf bis sieben Prozent unter einer behandlungsbedürftigen Depression leiden. Sie gilt als die häufigste seelische Erkrankung. Noch immer wird die Krankheit Depression viel zu oft verdrängt. Weiterlesen

Newsletter

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann abonnieren Sie doch unseren nachhaltigleben-Newsletter. Jede Woche weitere nützliche Artikel, Tipps und Veranstaltungshinweise

Kommentare

    Zu den weiteren Kommentaren

    Einen Kommentar schreiben

    Name:
    E-Mail:
    Kommentar:
    Sicherheitscode: Sicherheitscode
    Bild neu laden


    Geben Sie die sichtbaren Zeichen ein
     

    nach oben

    Es ist wieder Spargelzeit

    Endlich
    Es ist wieder Spargelzeit

    Von Ende April bis zum 24. Juni ist Spargelsaison. Daher bleibt nicht mehr viel Zeit, um das leckere Gemüse frisch zu genießen. Damit Ihnen der Spargel nicht eintönig wird, stellen wir hier für Sie in den kommenden Tagen tolle Rezepte mit Stängelgemüse zusammen. Weiterlesen

    unterstützt von

    • Naturenergieplus
    • BUND

     

     

           

    in Kooperation mit

    • Umweltbundesamt
    • Deutscher Naturschutzring
    • Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie GmbH
    • Forum Nachhaltiger Geldanlagen