Die europäische Hochschulreform Bologna ist ein Erfolg. Vor 10 Jahren wurden die Bachelor- und Master-Studiengänge an deutschen Hochschulen als gleichberechtigte Abschlüsse eingeführt. Mittlerweile ist die Umstellung der über 15.000 Studiengänge durch die Reform fast abgeschlossen und es lässt sich eine Bilanz ziehen.

Am 15. August 2002 trat die europaweite  Bologna-Hochschulreform in Kraft. Das Bachelor und Master System sollte die studentische Mobilität erhöhen, Abschlüsse vergleichbar machen und die Studienzeit reduzieren.

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Durch die Reform haben sie die Studienzeiten fast halbiert ©Stockbyte

Kurze Studienzeiten und hohe Gehälter

Heute, rund  10 Jahre nach der Einführung, wird die Hochschulreform bilanziert und schneidet gut ab. Der Bachelor mag zwar bei den Studenten nicht besonders beliebt sein, weil er weniger Freiheiten bietet, aber die Unternehmen sind mehrheitlich zufrieden mit den Kompetenzen der Bachelor-Absolventen. Gerade mal 3-5 Prozent von ihnen arbeiten unter ihrem Qualifikationsniveau und noch weniger sind arbeitslos. Außerdem verdienen mehr als zwei Drittel der Bachelor-Absolventen  das gleiche Einstiegsgehalt wie Absolventen mit traditionellen Abschlüssen und das obwohl  sie im Durchschnitt nur halb so lange studieren. Während Diplom-Studenten  nämlich durchschnittlich 12,2 Semester studieren, halten Bachelor-Studenten ihre Abschlusszeugnisse bereits nach ca. 6,5 Semestern in Händen.

Flexible Karriereplanung

Ein weiterer positiver Aspekt der Hochschulreform ist die Entwicklung der Studienabbruchsquote. Die Entwicklung zeigt sich besonders stark an den Fachhochschulen, an denen der Bachelor vier Jahre früher als an den Universitäten eingeführt wurde. Innerhalb von nur vier Jahren hat sich die Studienabbruchsquote an den Fachhochschulen mehr als halbiert, aber auch an den Universitäten die die Abbruchquote stark zurückgegangen. Außerdem können die Studenten durch das Bachelor-Master-System ihre Karriere flexibler Planen. Sie können direkt nach dem Bachelor-Abschluss in das Berufsleben einsteigen oder berufsbegleitend ein Masterstudium absolvieren. Fast ein Drittel der Bachelor-Absolventen schließt ein Masterstudium an und rund 90 Prozent von ihnen bekommen einen Studienplatz in ihrem Wunschfach an ihrer Wunschhochschule.

Hohe Mobilität

Durch das europaweite Bachelorsystem, das es auch in vielen außereuropäischen Ländern gibt, haben die Studenten extrem an Mobilität gewonnen. Die Abschlüsse werden häufiger vollständig anerkannt und die Studenten können leichter ein Auslandssemester machen. Rund ein Drittel der Studierenden an deutschen Hochschulen sammelt mittlerweile Auslandserfahrung.

Bologna als europäische Erfolgsgeschichte

Die Bundesbildungsministerin Anette Schavan sieht die Bologna-Reform als „eine europäische Erfolgsgeschichte“, die weiter vorangetrieben werden sollte. In den kommenden Jahren werden ca. 2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um die Studienbedingungen qualitativ zu verbessern.

Foto: Stockbyte, Thinkstock/Text: Marie A. Wagner


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