Der leicht zitronige, mild-würzige Ingwer und der nicht nur in der mediterranen Küche geschätzte Knoblauch sind zwei universell einsetzbare Gewürze, die auch noch gut für die Gesundheit sind. Kann Knoblauch Infektionen vorbeugen und Blutfettwerte senken, so ist Ingwer ein hervorragendes Mittel gegen Übelkeit und Muskelschmerzen. Kombiniert, erhöht sich deren Wirkung sogar.

Gesunder Ingwer, gesunder Knoblauch

Ingwer und Knoblauch haben dank ihrer Inhaltstoffe viele positive Eigenschaften und sind gut für die Gesundheit. (c) Thinkstockphotos

Ingwer ist der Wurzelstock, auch Rhizom genannt, der Ingwerpflanze, die ähnlich wie Bambus oder Schilf wächst und mit Galgant und Kurkuma verwandt ist. Nicht nur Starkoch Alfons Schuhbeck schwört auf dessen Wirkung, ist Ingwer doch eine der ältesten Heil- und Gewürzpflanzen. Ursprünglich aus Nordindien und Südchina stammend, wird Ingwer heute in vielen Teilen der Welt angebaut. Ein Stück Ingwer macht sich sogar in selbstgemachtem Pflaumenmus sehr gut.

Ingwer: Gegen Übelkeit und mehr

„Inhaltsstoffe aus Ingwer hemmen das gleiche Enzym im Körper wie Acetylsalicylsäure“, sagt Professor Eugen Verspohl, Pharmakologe am Pharmazeutischen Institut der Universität Münster. Besagtes Enzym heißt Cyclooxygenase und sorgt wie die Acetylsalicylsäure dafür, Schmerzen zu lindern, Entzündungen einzudämmen und die Blutgerinnung zu hemmen. Insbesondere der schmerzstillende Effekt ist bereits durch Studien belegt, warum Mediziner Extrakte der Heilpflanze bei Muskelschmerzen oder Rheuma einsetzen.

Ideal ist der Genuss von Ingwer oder Präparaten aus dem Rhizom gegen Reiseübelkeit oder Brechreiz, damit ideal für Menschen, die bei einer Autofahrt, einer Bahnreise oder im Flugzeug unter diesen Symptomen leiden. Selbst während einer Chemotherapie soll der Brechreiz durch den regelmäßigen Konsum von Ingwer gelindert werden wie eine Studie der amerikanischen Universität von Rochester ergab. Lediglich Schwangere sollten bei Übelkeit keinen Ingwer einnehmen, da bestimmte Inhaltsstoffe Wehen auslösen könnten. Auch wer einen empfindlichen Magen hat, sollte auf das scharfe Gewürz verzichten.

Ein Tipp von Gesundheitskoch Peter Asch aus Riedering am Chiemsee: Ein Stück frischen Ingwer abschneiden und vor allen anderen Zutaten in heißem Öl kurz anbraten. Anschließend den Ingwer wieder entfernen. So bleibe das feine Aroma im Gericht erhalten, es schmeckt aber nicht zu intensiv nach Ingwer. Ingwer harmoniert ideal mit Basilikum, Chili, Kardamom, Knoblauch, Koriander, Schwarzem Pfeffer, Zitronengras, weiß Alfons Schuhbeck. Ingwer ist in allen Küchen dieser Welt einsetzbar und ergänzt sogar in Spaghetti Bolognese das Aroma von Knoblauch.

Gesunder Ingwer, gesunder Knoblauch

Knoblauch hat erwiesenermaßen eine antibakterielle Wirkung. (c) Thinkstockphotos

Knoblauch: Sekundäre Pflanzenstoffe für die Gesundheit

Nach altem Aberglauben und forciert durch die Filmindustrie soll Knoblauch vor der Tür aufgehängt Vampire vertreiben. Dieser Aberglaube entstand wahrscheinlich dadurch, dass nicht nur die Bewohner der Kaparten ihre zu Zöpfen gebundenen Knoblauchknollen zum trocken vor dem Haus aufhängen. Tatsächlich ist Knoblauch gesund und seine sekundären Pflanzenstoffe dienen zur Prophylaxe und als Heilmittel bei vielen Erkrankungen. Insbesondere Polyphenole und Sulfide und der hohe Gehalt an Adenosin wirken selbst bei kleinen Verzehrmengen gesundheitsfördernd.

Studien haben bewiesen, dass Testpersonen nach einer zweiwöchigen Knoblauchtherapie merklich gesenkte Blutfettwerte hatten. Die Schwefelverbindungen im Knoblauch senken nachweislich die Cholesterrol- und Triglyceridwerte im Blut und entlasten damit das Herz-Kreislauf-System. Eine regelmäßige Verzehrmenge von etwa vier Gramm täglich sei hierzu vonnöten.

Zudem wirkt Knoblauch antibakteriell und könne Infektionskrankheiten vorbeugen und bekämpfen. Der in der süßen wie salzigen Küche eingesetzte Ingwer besitzt viele die Gesundheit positiv beeinflussende Eigenschaften und verstärkt die gesundheitsfördernden Kräfte des Knoblauchs. Gerade jetzt sollten Sie mit der tollen Knolle ein sommerliches Pesto herstellen!

Quellen: Apotheken-Umschau.de, Schuhbeck-Gewürze.de. Text: Jürgen Rösemeier


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