Smudo ist seit über 20 Jahren als Sänger der Fantastischen Vier sehr erfolgreich. Weniger bekannt ist, dass er den ersten Bio-Rennwagen der Welt pilotiert. Nachhaltigleben.de hat nachgefragt, was er über Nachhaltigkeit und Umweltschutz denkt und was das für ein revolutionäres Fahrzeug ist.
Smudo, der erfolgreiche Sänger der Fantastischen Vier, liebt Motorsport und pilotiert den ersten Bio-Rennwagen der Welt. Foto: Four Motors GmbH
Wie wichtig ist für Sie das Thema Umweltschutz? In Songs wie «Gebt uns ruhig die Schuld» klingt ja immer wieder Kritik durch. Und: was machen Sie selbst dafür?
In «Schuld» geht es um Verantwortungsbewusstsein für sich und seine Umgebung. Damit ist die reale Umwelt, aber auch der soziale Umgang miteinander gemeint. Man steht im Stau und ist geneigt zu sagen «so ein Mist, warum fahren denn hier jetzt alle», dabei ist man ja selbst Bestandteil des Staus. Was Umweltschutz angeht, bin ich kein großer Missionar, allerdings steht mein Racing Team in der Pflicht, Motorsport so nachhaltig wie möglich zu gestalten. Dazu gehören vor allem Überlegungen rund um alternative Treibstoffe.
Smudo, Sie sind ja schon seit 2003 mit Erneuerbaren Energien im Motorsport aktiv. Warum?
Zum Biodiesel sind wir tatsächlich durch Zufall gekommen. Wir hatten ursprünglich geplant ein eigenes Langstreckenauto mit Dieselantrieb einzusetzen, bei der weiteren Recherche sind wir dann auf die Idee mit dem Biodiesel gekommen. Es ist einfach abgefahren, dass man mit einem Treibstoff fahren kann, der 100% nachwächst. Es ist wichtig zu zeigen, dass Umweltfreundlichkeit durchaus mit Rasanz und Thrill verbunden sein kann.
Der Bio-Rocco kämpft sich erfolgreich durchs Regen-Rennen. Das Team Four Motors fuhr mit HVO/NExBTL Raps-Biodiesel im Tank auf Platz zwei in der Klasse «Alternative Treibstoffe». Foto: Four Motors GmbH
Sehen Sie keinen kritischen Zusammenhang zwischen Motorsport und Umweltschutz?
Es ist klar, dass Motorsport im Besonderen und Transport von Menschen im Allgemeinen, eine Sache ist, die immer in irgendeiner Form zu Lasten der Umwelt geht. Auf den Belastungsgrad hingegen müssen wir Einfluss nehmen.
Gelangen die Ideen aus Ihrem Rennwagen auch in die Serienproduktion für eine nachhaltigere Mobilität der Zukunft?
Bedauerlicherweise tun sich nicht nur die Automobilhersteller, sondern vor allem die Verbraucher zuweilen schwer mit Umweltaspekten wenn es um den persönlichen Transport geht. Die «Bioplörre»-Kampagne der Bild beispielsweise hat die deutschen Autofahrer sinnloserweise verunsichert. In den USA, dem Verklagungsland Nr 1, wird schon seit über zehn Jahren ohne öffentliche Ärgernisse und technische Probleme E15 getankt.
Four Motors und Smudo zeigen mit dem Projekt Bioconcept-Car Wege zu nachhaltiger Mobilität. Foto: Four Motors GmbH
Wie sieht aus Smudos Sicht die Mobilität der Zukunft aus?
Ein Mix aus E-Verkehr und Treibstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen.
Was müsste sich Ihrer Meinung nach ändern, um in einer umweltfreundlicheren, nachhaltigeren Welt zu leben?
Das passiert bereits ohne mein Zutun. Die fossilen Energien gehen von ganz alleine zur Neige. Dieser Umstand zwingt uns zu mehr Nachhaltigkeit in Energiefragen.
Das Rennteam des Sängers Smudo, die Four Motors GmbH, fährt bereits seit 2003 mit Biodiesel. Nach und nach – und mit den entsprechenden Partnern wie der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe – wurden konventionelle Karosserie-Teile durch solche aus nachwachsenden Rohstoffen ersetzt.
Heute pilotiert Smudo einen Scirocco, BioRocco genannt, der Dünnschicht-Photovoltaik-Zellen zum speisen des Bordnetzes und beispielsweise eine Heckklappe aus Flachs und Hanf besitzt. Diese neuen Werkstoffe weisen die gleiche Steifigkeit konventioneller Materialien im Fahrzeugbau auf. Zudem sind diese auch noch leichter, was den Verbrauch minimiert.
Der Rennwagen ist damit ein Technologieträger für eine zukunftsfähige, CO2-neutrale Mobilität. Die Entwicklungen werden auch in Zukunft weitergehen und die Serienproduktion der Bio-Karosserieteile ist heute schon möglich.
Quellen: Four Motors GmbH, Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
Interview: Jürgen Rösemeier

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