Die Loki Schmidt Stiftung Naturschutz Hamburg hat heute die Heidenelke, Dianthus deltoi-des, zur Blume des Jahres 2012 ernannt. Mit der Ernennung soll für den Schutz dieser bedroh-ten Pflanze geworben werden, die in vielen Bundesländern bereits auf der Roten Liste der gefährdeten Arten geführt wird. Die Blume des Jahres steht immer auch für einen bedrohten Lebensraum.
Die Blume des Jahres 2012: Die prachtvoll leuchtende, heute gefährdete Heidenelke. Foto: Loki Schmidt Stiftung Hamburg
Die Heidenelke kam früher vielfach in Heidegebieten, Trockenrasen, Wiesen, aber auch an Wegränder mit magerem, trockenem Boden vor. Die leuchtend purpurroten Blüten der Heidenelke schweben ab Juni über ihren Lieblingsstandorten. Früher war sie in sandigen Gegenden ein allgegenwärtiger sommerlicher Anblick, den viele ältere Bundesbürger noch allzu gut kennen. «Der Rückgang der Heidenelke beruht auf der immer intensiveren Nutzung unserer Landschaft», so Axel Jahn, der Geschäftsführer der Loki Schmidt Stiftung. Wiesen und Trockenrasen werden aus wirtschaftlichen Gründen zu Äckern und Forsten, die Ackerdüngung fördert konkurrenzstarke Arten, die die Heidenelke verdrängen.
Zudem werden am Rande von Ortschaften ihre Standorte gern als Bauland ausgewiesen oder in Sportanlagen oder Gärten verwandelt. Selbst Wegränder als ihre oft letzten Rückzugsorte verändern sich durch gartenbauliche Maßnahmen, durch Nährstoffeinträge aus der Luft oder aus Hundekot. Diese und andere Gründe machen es nicht weiter verwunderlich, dass die hübsche Heidenelke und ihre Begleitflora gefährdet sind. Als Blume des Jahres 2012 macht die Loki Schmidt Stiftung damit eindringlich auf die sich ändernde Natur aufmerksam.
Vom Juni bis in den September sind die Blüten der maximal 40 Zentimeter großen Nelken zu entdecken. Weil sie wärmeliebend sind, findet man sie kaum in Höhen über 1.000 Metern.
Die sehr schöne, reich blühende Heidenelke ist gut geeignet für naturnahe, sonnige Gärten mit nährstoffarmen, sandigen, schwachsauren Böden. Sie kann in Heide- und Steingärten oder an Gehölzränder gepflanzt werden, aber auch in Töpfe oder Mauerritzen. Die Blume des Jahres kann auch ab Februar aus Samen gezogen werden.
Da sich in den Wurzeln der Heidenelke größere Mengen Triterpensaponine finden, wurde die Pflanze früher bei Magenverstimmungen - als Brechmittel - und bei Fieber angewandt. Der Nelkenduft wurde indes in der Bier- und Weinproduktion, für Saucen und Salate verwendet. Die Blüten der Blume des Jahres 2012 wurden kandiert. Sie wollen mehr über naturnahe Gärten erfahren und selbst auf dem Balkon leicht gesunde Lebensmittel anbauen? «Der Biogarten: Nachhaltig, ökologisch und clever gärtnern» hat die richtigen Tipps.
Übrigens: Der Baum des Jahres 2012 ist die Lärche. Was den Nadelbaum so besonders macht, lesen Sie unter: «Einzigartige Lärche zum Baum des Jahres 2012 gekürt».
Quelle: Loki Schmidt Stiftung Hamburg, Text: JRB

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