In Sommer kann es schon vorkommen, dass wir den kleinen stacheligen Vierbeinern im Garten begegnen oder die Igel in der Dämmerung rascheln und schmatzen hören. Wann muss den natürlichen Schädlingsbekämpfern geholfen werden, wann nicht und wie schafft man optimale Lebensbedingungen im Naturgarten?
Wer Igel im Naturgarten hat, hat Glück. Schädlinge wie Nacktschnecken sind ihre Leibspeise. (c) Fotolia
Ursprünglich lebten Igel wohl hauptsächlich in Wäldern mit vielfältigem Bewuchs. Hier fanden Sie Unterschlupf und ein reiches Nahrungsangebot. Doch spätestens seit den Zeiten «aufgeräumter Wälder» mit fehlender Bodenbegrünung, Unterschlupfen und schwindender Nahrungstiere sind die kleinen Igel mehr und mehr in unseren Gärten und Parks heimisch. Die wichtigsten Fakten und die besten Hilfsmaßnahmen für Igel.
Igel sind dämmerungs- und nachtaktive Tiere. Ein guter Lebensraum für die kleinen Vierbeiner zeichnet sich dadurch aus, dass er vielfältige Nist- und Schlafplätze sind. Dies können niedrige Hecken sein, Bodendecker wie Efeu oder ein Reisighaufen mit Laub gefüllt. Hier ist ein wenig aufgeräumter Naturgarten optimal. Denn dort gibt es zahlreiche Unterschlupfmöglichkeiten für die Aufzucht und den Schlaf am Tag. Aber auch ein Holzstapel wird gerne von Igeln bewohnt.
Im Naturgarten ist auch das Speisenangebot für Igel ideal. Sie fressen Spinnen, Larven, Laufkäfer oder Schnecken und sind somit ideale Partner für den Hobbygärtner im Naturgarten. Gleichzeitig ist dieses Angebot im Naturgarten ein aktiver Beitrag zum Artenschutz.
Hier finden Sie schöne Bilder zu Igel in ihrer natürlichen Umgebung.
Hier geht es zur Fotogalerie.
Igel besitzen gleich mehrere «Zweitwohnungen». So bewohnen sie im Laufe des Sommers gleich mehrere verschiedene Schlafplätze. Dies mag auch damit zusammenhängen, dass Igel lange Wegstrecken auf der Futtersuche ablaufen. Igelmännchen laufen ein Gebiet von bis zu 100 Hektar ab, Weibchen bis zu 30 Hektar. Doch die Fragmentierung der Natur durch immer neue Straßen macht es dem Igel und anderen Tierarten schwer, so weite Kreise zu ziehen. Ist das Nahrungsangebot im Naturgarten ohne Chemie groß genug, so wird der Igel auch kaum Probleme haben, sich und seinen Nachwuchs sicher durch den Sommer und über den Winterschlaf zu bringen. Ein Steinhaufen kann schon jetzt von Igeln inspiziert und im Winter bezogen werden. Wer also eine ruhige Gartenecke hat, kann den Igeln schon im Sommer ein heimeliges Quartier errichten.
Wer Glück hat, sieht im Sommer Igeleltern, gefolgt von deren kleiner Rasselbande. Wer hier etwas Futter anbietet, kann schon jetzt dafür sorgen, dass auch die nächste Generation stark und kräftig wird..
Igel leben immer gefährlich. Ein Nacht- und Winterquartier im sommerlichen Naturgarten einzurichten ist daher sinnvoll. (c) Fotolia
Viele denken sich, Igel füttern, gut, aber womit? Wer Katzen oder Hunde hat, kann den kleinen Igeln auch deren Trockenfutter oder das Katzennassfutter präsentieren. Igel fressen die Nahrung der Vierbeiner gerne. Auch ein gebratenes Rührei – ohne Gewürze! – oder angebratenes Hackfleisch – dieses nie roh – wird von Igeln gerne angenommen. Auch Vogelfutter wird gerne von Igeln angenommen. Ideal ist es und weniger Schmutz verursachend ist geschältes Vogelfutter. Wichtig für das Igelfüttern ist zudem immer eine Schüssel Wasser. Niemals Milch geben, denn diese kann sie sogar krank machen.
Grundsätzlich benötigen Igel Hilfe, wenn sie tagaktiv sind, apathisch wirken, die Jung-Igel im Spätsommer und Herbst sehr klein und Erwachsene sichtbar schmächtig sind oder die Tiere im Winter zu sehen sind. Durch die rechtzeitige Einrichtung einer Futterstelle und eines großen Laubhaufens mit Reisig zur Befestigung, erübrigt es sich oft, untergewichtige Igel in menschliche Obhut zu nehmen.
Der Verein Igelhilfe e.V. gibt Auskunft, wo sich in Ihrer Nähe eine Igel-Station befindet. Außerdem erhalten Sie dort viele nützliche Infos, z. B. wie Sie geschwächte Tiere überwintern können - Telefon: 030/411 01 17. Auch Tierheime und Tierärzte sind eine erste Anlaufstelle für kranke oder hilflose Igel. Da es sich bei Igeln um Wildtiere handelt, sind beide zur kostenlosen Hilfe per Gesetz verpflichtet. Weitere Informationen zu Igeln, deren Lebensweise oder Winterschlafhilfen im natürlichen Garten, finden Sie unter www.pro-igel.de.
Quelle: www.pro-igel.de, Text: Jürgen Rösemeier

Schnecken im Bio-Garten: Nachhaltige Gegenmaßnahmen
Es gibt viele Möglichkeiten, um den Schnecken im Garten, und damit dem Fraßschaden, nachhaltig Abhilfe zu schaffen. Dabei wird weniger auf Chemie gesetzt, sondern auf eine natürliche Bekämpfung. Auch natürliche Fressfeinde wie Igel oder Eidechsen dezimieren Schnecken. Wie Sie den Schnecken nachhaltig Herr werden, einige sinnvolle und einfache Tipps. Weiterlesen

Wie eine Trockenmauer den Garten bereichert
Sie sind selten geworden in unseren aufgeräumten Gärten. Die Rede ist von schuppigen Reptilien und Amphibien wie die Zauneidechse oder der Erdkröte. Ihnen fehlen wärmende Sonnendecks und kühle Verstecke. Ideal hierfür ist eine Trockenmauer. Diese ist nicht nur ideal für die kleinen Gartenfreunde, die auf natürliche Weise den Schneckenbestand dezimieren. Weiterlesen

Tipps für Garten und Balkon im Juni: Der Sommer kann kommen
Am 21. Juni ist der kalendarische Sommeranfang. Doch schon jetzt steigen die Temperaturen und im Garten und auf dem Balkon ist Wachstum angesagt. Je wärmer es wird, desto mehr Wasser benötigen Balkonkästen und die Beete. Wie man richtig gießt, was geerntet und vermehrt werden kann, wie Balkon und Terrasse prächtig aufblühen – die Juni-Tipps. Weiterlesen
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann abonnieren Sie doch unseren nachhaltigleben-Newsletter. Jede Woche weitere nützliche Artikel, Tipps und Veranstaltungshinweise
Von Ende April bis zum 24. Juni ist Spargelsaison. Daher bleibt nicht mehr viel Zeit, um das leckere Gemüse frisch zu genießen. Damit Ihnen der Spargel nicht eintönig wird, stellen wir hier für Sie in den kommenden Tagen tolle Rezepte mit Stängelgemüse zusammen. Weiterlesen