Die biologische Vielfalt geht auch in unseren Gärten mehr und mehr zurück. Tiere finden kaum noch Nahrung und auch der Artenreichtum der Pflanzen und Blumen nimmt mehr und mehr ab. Doch für Hobbygärtner gibt es viele Möglichkeiten, dies mit oft einfachen Mitteln zu ändern.
Einheimische Tiere lieben die Artenvielfalt eines Gartens und danken es mit ihrer Anwesenheit. (c) Fotolia
Früher pflegte jeder Gemüse- und Obstbauer seine eigenen speziellen Sorten, die meist perfekt auf die jeweilige Region abgestimmt waren. Dieses Wissen und die Samenvermehrung ging jedoch immer mehr verloren, Saatgut wurde meist nur noch im Laden gekauft, viele Sorten sind nach und nach verschwunden und das Angebot war landesweit gleich. Biodiversität sieht anders aus. Hier kann der moderne Hobbygärtner einen Beitrag leisten. Denn viele Händler haben die Zeichen der Zeit erkannt und bieten heute wieder Saatgut, Setzlinge oder Pflanzen fast vergessener Arten an. Wer sein Gemüsebeet möglichst variantenreich bepflanzt, hat zudem mehr Abwechslung auf dem Teller, isst gesund und kann durch eine gut gewählte Fruchtfolge seine Beete optimal nutzen.
Als Vor- oder Nachkultur eignen sich Sorten mit kurzer Kulturzeit. Diese werden im Frühjahr und Herbst eingesetzt, wenn länger wachsende Gemüsesorten noch nicht oder nicht mehr wachsen. Spinat ist beispielsweise eine gute Vorkultur für Karotten, während Buschbohnen auf abgeernteten Beeten mit Frühkartoffeln gesät werden können. Feldsalat wiederum passt als Nachkultur von frühen Kohlarten oder Zwiebeln, da er ziemlich kälteunempfindlich ist. Eine optimale Fruchtfolge ergeben Arten aus verschiedenen Familien mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf und unterschiedlich langer Kulturzeit. Noch wichtiger als eine durchdachte Fruchtfolge ist ein jährlicher Fruchtwechsel. So sollte die Anbaufläche möglichst jedes Jahr gewechselt werden. Dies verhindert, dass der Boden einseitig ausgelaugt wird. Dies gilt besonders für Starkzehrer wie Karotten, Kartoffeln und Rote Beete. Auch Erdbeeren sollten alle drei bis vier Jahre den Standort wechseln.
Zu den so genannten Starkzehrern gehören auch Kartoffeln und alle Kohlarten. Aubergine, Gurken und Lauch haben einen mittleren Nährstoffbedarf. Mit wenig zufrieden sind Erbsen, Radieschen und die meisten Kräuter. Durch den jährlichen Wechsel kann sich die Erde erholen und zudem werden Krankheiten und Schädlingen vorgebeugt. Auch Pflanzen derselben Familie - zum Beispiel Sellerie, Karotte und Petersilie - sollten möglichst nicht zusammen und nacheinander auf der gleichen Fläche angebaut werden. Dies gilt vor allem für Kohl- und Nachtschattengewächse.
Monokulturen sind auch im Gemüsegarten nicht sinnvoll. Bei Mischkulturen unterschiedlich stark zehrender Gemüsesorten stehen die Pflanzen weniger in Konkurrenz und die Nährstoffe im Boden werden besser genutzt. Einige Arten schützen sich sogar gegenseitig vor Schädlingen. Der Duft der Karotten vertreibt zum Beispiel die Zwiebelfliege und umgekehrt mag die Karottenfliege den Zwiebelgeruch nicht. Entscheidend ist auch, möglichst biologische Samen und Setzlinge zu verwenden und auf künstliche Dünger oder gar giftige Schädlingsbekämpfer zu verzichten. Gute Partner sind auch Karotten und Dill, Tomaten und Petersilie, Rote Beete und Frühlingszwiebel oder Fenchel und Endivie.
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