Chemische Dünger und Pflanzenschutzmittel waren in deutschen Gärten lange Zeit Standard. Die Industrie brachte mehr und mehr Mittelchen auf den Markt, die eine reiche Ernte und den optimalen Pflanzenschutz propagierten. Doch, es gibt eine Trendwende und „Öko“ und „Bio“ sind wieder auf dem Vormarsch. Zu Recht wie Christa Weinrich meint, Ordensfrau der weltberühmten Fuldaer Abtei.
Das Buch von Christa Weinrich, „Biologisch gärtnern. Natürlicher Anbau gesunde Ernte“, erschienen im AV-Verlag ist ein Standardwerk für alle am biologisch Gärtnern interessierte Hobbygärtner. Gespickt mit vielen Tipps und Tricks, ist das Buch ein wertvoller Ratgeber für einen gesunden Garten. Foto: AV-Verlag
Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird der 2.000 Quadratmeter große Garten der Fuldaer Abtei erfolgreich durch biologisches gärtnern bewirtschaftet. Zwar gab es die Begriffe „Bio“ und „Öko“ damals noch gar nicht, aber die Gärtner der Abtei wollten gesunde und hochwertige Lebensmittel anbauen, die ohne synthetischen Dünger und Pflanzenschutz auskommen. Und schufen damit die Basis für einen Biogarten.
Biologisch gärtnern heißt, Umweltbelastungen jeder Art zu vermeiden meint Christa Weinreich. Weinreich ist aber nicht nur Ordensfrau, sondern auch gelernte Gartenbauingenieurin. Dieses Wissen und die stete Beobachtung der Natur brachte sie schnell zum biologisch gärtnern. „Zwar möchte auch der biologisch arbeitende Gärtner dicke Kohlrabiknollen, gesunde Rüben und läusefreie Salatköpfe ernten, doch in seinen Anbaumethoden muss er sich den Gegebenheiten der Pflanzen anpassen,“ schreibt sie in ihrem Buch „Biologisch gärtnern. Natürlicher Anbau - gesunde Ernte“. Und weiter erklärt sie „wenn wir so „der Natur auf der Spur bleiben“, beobachten und von ihr lernen, gibt sie uns eine Reihe von Möglichkeiten an die Hand, ohne schädliches Eingreifen in ihre Kreisläufe gesunde und hochwertige Nahrungsmittel heranzuziehen.“
Christa Weinrich sieht den Boden als Grundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen nicht nur beim biologischen Gärtnern. Er muss geschützt und lebendig erhalten werden. Eine wichtige Grundlage hierbei ist ein selbstgefertigter Kompost, der die Pflanzen nicht nur beim biologischen Gärtnern mit viel Kraft versorgt. Dieser schließt den Kreislauf „Pflanze - Boden - Pflanze“. Werden alle verfügbaren Abfälle – von nicht verwerteten Pflanzenresten bis zum Schnittgut – kompostiert und dadurch zu wertvoller Humuserde, dann wird dieser Kreislauf einfach aber effektiv geschlossen. Scheinbar Unnützes und Abfall ist die Basis für neues Wachstum.
Zu einer weiteren Grundvoraussetzung gehört es, Mischkulturen anzulegen.
Mischkulturen sind Pflanzengemeinschaften, die sich gegenseitig nichts wegnehmen oder sogar positiv beeinflussen. So hilft Dill der Gurke besser zu wachsen und Petersilie oder Knoblauch fördern die Gesundheit von Tomaten.
Wer indes Petersilie zu Salat setzt oder Kartoffel zu Tomaten hat schlechte Nachbarn zusammengebracht. Ein mageres Wachstum, leichterer Schädlingsbefall und Krankheiten sind dann die Folge.
Schnecken gehören wohl zu den größten Feinden eines jeden Gärtners. Die einfachste Variante ihrer Fresslust Herr zu werden ist diese abzusammeln. Auch ein trockener, feinkrümeliger Boden wird von Schnecken geschmäht, Daher gilt: Besser alle paar Tage viel gießen, anstatt täglich ein wenig und den Boden von Zeit zu Zeit auflockern.
Im Blumenbeet ist es sinnvoll, Astilben, Echinacheen oder Schmuckkörbchen zu pflanzen, denn diese werden von Schnecken gemieden. Positiv für die Schädlingsbekämpfung ist es auch, Nützlinge anzulocken. Seien es Vögel, die gerne heimische Hecken bewohnen oder Ohrenklammer und Marienkäfer, die dem Blattlausbefall keine Chance geben. Insektenhotels locken viele Nützlinge an. Selbst ein umgedrehter Tontopf mit Stroh gefüllt auf einem Stock im Beet ist ideal für Ohrenklammer.
Neben der erwähnten Mischkultur gibt es auch andere Methoden, Krankheiten Herr zu werden. So wirkt eine Brennnessel-Jauche – und Spritzmittel aus anderen stark duftenden Kräutern - pflanzenstärkend und Tomaten kommen meist ohne Krankheiten davon, wenn sie regengeschützt stehen und die Blätter unter der ersten Rispe entfernt werden. Selbst bei Krankheitsbefall greift der biologische Gärtner gerne zu diesen Pfanzenauszügen. Wer indes Pestizide verwendet, der beseitigt Schädlinge wie Nützlinge.
Tipp: Für eine Brennnessel-Jauche muss man übrigens das bei Schmetterlingslarven beliebte Wildkraut nicht selbst ernten. In vielen Gartencentern ist Brennnessel-Pulver für den Ansatz der Jauche erhältlich. Und noch ein Tipp für den biologischen Schutz des Salatbeetes: Einfach mit Ringelblumen einrahmen, denn das meiden Schnecken.
Das Buch von Christa Weinrich, „Biologisch gärtnern. Natürlicher Anbau gesunde Ernte“, erschienen im AV-Verlag ist ein Standardwerk für alle am biologisch Gärtnern interessierte Hobbygärtner. Gespickt mit vielen Tipps und Tricks, ist das Buch ein wertvoller Ratgeber für einen gesunden Garten.

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