Schürfwunden, kleine Schnitte oder Wespenstich – die erste Hilfe aus der Natur ist vielfältig, ohne Nebenwirkungen und wirksam. Schon zu Großmutters Zeiten wusste der Mensch, dass einfacher Honig toll bei rissigen Mundwinkeln hilft. Was Mutter Erde sonst noch an Naturmedizin bietet, ein paar Tipps.
Naturmedizin, idealerweise aus dem eigenen Bio-Garten, ist effektiv und seit Jahrhunderten bewährt. (c) Fotolia
Gegen viele kleinere Blessuren helfen oft einfache aber effektive Mittel der Naturmedizin. Natürliche Extrakte, Wickel aus frischen Zutaten oder heilende Tees, die am besten aus dem chemiefreien Naturgarten kommen. Unsere Großeltern kannten sie vielleicht noch und heute sind sie aufgrund ihrer sanften Wirkung wieder im Trend. Natürlich wirken diese Mittel nicht gegen klaffende Wunden, bei Allergien etwa gegen Bienen und Wespen oder bei mangelndem Tetanus-Schutz. Doch sind einfache oder teils lästige Beschwerden schnell natürlich behoben.
Gleich der erste Tipp bei Bienenstichen ist denkbar einfach umzusetzen. Wasser erhitzen, einen Esslöffel darin stark erwärmen und auf die Stelle des Bienenstichs halten. Der Hintergrund der Wirksamkeit ist ebenso simpel wie logisch. Denn das Gift, ein toxisches Eiweiß, reagiert wie das Spiegelei in der Pfanne, die Substanz verändert sich. Im Falle des Bienenstichs zerstört die äußerliche Wärme die Proteine des Bienengifts und lindert so die Nebenwirkungen des Gifts oder lässt sie erst gar nicht aufkommen. Selbstredend ist, wer doch noch stark reagiert, insbesondere stark allergisch reagierende Menschen benötigen umgehend einen Arzt. Doch, wer weniger allergiebehaftet ist, kann sich hiermit einfach natürlich helfen.
Der Tipp bei einem Wespenstiche ist gleichermaßen effektiv. Hier hat die Naturmedizin die Zwiebel entdeckt. Einfach halbieren und schnell nach dem Wespenstich die Schnittstelle über die betroffene Stelle reiben. Dies zieht das Gift des Wespenstichs aus der betroffenen Stelle und die Auswirkungen des Wespenstichs werden erheblich gelindert. Selbstverständlich gilt auch hier: Wer allergisch reagiert – etwa Kaltschweißigkeit, Übelkeit fühlt oder sich sogar Übergeben muss, benötigt unbedingt ärztliche Hilfe. Übrigens: Auch bei Erkältungen wirkt die Zwiebel Wunder. Kleingeschnitten und in ein Leinensäckchen gepackt oder ein Geschirrtuch geschnürt und nachts in Bettnähe gehängt, hat sie schon vielen die Erkältung über Nacht deutlich gelindert.
Die Schafgarbe ist nicht nur die Leibspeise der namensgebenden Vierbeiner, sie soll bereits vom griechischen Feldherr Achilles als natürlicher Blutstiller eingesetzt worden sein. Selbst Hebammen benutzten diese Naturmedizin bei Geburten. Die Schafgarbe, botanisch benannt nach dem berühmten Feldherr, Achillea millefolium, entfaltet im getrockneten Zustand seine blutstillende Wirkung. Zwei Teelöffel Schafgarben-Kraut, mit 250 Milliliter Wasser aufgekocht und 10 Minuten ziehen gelassen. Kleine Schnittwunden mit dieser Essenz betupft, etwa nach der Rasur, lassen die Wunde aufgrund der antiseptischen Wirkung dieser Naturmedizin schnell heilen.
Bei Schürfwunden hilft eine selbstgemachte Ringelblumensalbe – siehe «Rezept Naturmedizin Ringelblumensalbe» - nach vorheriger Reinigung mit klarem oder auch leicht gesalzenem Wasser. Anschließend mit Kamille- oder Thymiantee desinfizieren und die Ringelblumensalbe auftragen. Die perfekte Naturmedizin für eine schnelle Heilung.
Blaue Flecken oder Prellungen helfen ebenfalls natürliche Hilfsmittel. Zunächst sollten all diese kleinen Verletzungen gekühlt werden. Der blaue Fleck kann dann den nächsten Tag mit einem gestampften Brei aus gekochten Kartoffeln – nicht schälen – gewärmt werden. Das verhindert die allzu große Ausbreitung solch lästiger blauer Flecken. Die Prellung kann nach dem Kühlen ideal und rein natürlich mit einem Quarkwickel oder Heilerde gelindert werden. Letztere wird einfach mit Kamilletee angerührt.
So gibt es viele Mittel, die die Naturmedizin entdeckt hat, die bei uns Menschen aber längst in Vergessenheit geraten sind.
Schon Hildegard von Bingen heilte mit Arnika-Auszügen Wunden, Prellungen oder Gicht. Die Wirksamkeit ist mittlerweile medizinisch erwiesen.
Quellen: Mein schöner Garten, Landidee, Text: Jürgen Rösemeier
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