Terunobu Fujimori ist einer der renommiertesten Architekten Japans. Mit einer ganzheitlichen Herangehensweise an den menschlichen (Lebens-)Raum entwirft der Architekt nicht nur einmalige Gebäuden, sondern auch die passenden Möbel aus Holz und Rattan. Eine Werkschau in der Münchner Villa Stuck präsentiert erstmalig sein ganzes, einmaliges Schaffen.
Nachhaltig, natürlich und surrealistisch - zumindest von außen - wirkt die Architektur des renommierten japanischen Arckitekten Fujimori. Derzeit zu sehen in der Münchner Villa Stuck. © Bernd Schuller/Villa Stuck
In der bis dato umfangreichsten Werkschau zu Teronobu Fujimori veranschaulichen Modelle und Zeichnungen, Architekturpläne und Fotografien das Wirken und Schaffen Fujimoris. Insgesamt 140 Arbeiten werden in der Villa Stuck noch bis zum 16. September 2012 ausgestellt. Selbst entworfene Möbel aus Holz und Rattan ergänzen zudem die Schau und demonstrieren Fujimoris ganzheitliche Herangehensweise an menschlichen (Lebens-)Raum.
Höhepunkt der Ausstellung ist ein eigens für den Garten der Villa Stuck entwickeltes, mobiles Teehaus, aufgrund des anhaltenden Kaffe-to-go-Trends, Walking Cafe genannt. Eine bei uns weniger bekannte Leidenschaft der Japaner, nimmt der Bau von Teehäusern in Fujimoris Schaffen eine besondere Stellung ein. Auf eindrückliche Weise verbinden sich hier seine Auseinandersetzung mit authentischen, ursprünglichen Ausdrucksformen, japanischer Kultur und eigenen ungewöhnlichen, höchst persönlichen architektonischen Lösungen, gemäß Fujimoris Philosophie einer „intimen Bauweise“ und unter der Prämisse des höchstmöglichen Einklangs zwischen Mensch und Natur. Auf eindrückliche Weise setzt sich Fujimori in seinen Bauten mit authentischen, ursprünglichen Ausdrucksformen auseinander, mit der japanischen Kultur selbst und eigenen ungewöhnlichen, höchst persönlichen architektonischen Lösungen, die eine Art inneres, überzeitliches Formverständnis erfahrbar werden lassen.
Ein weiterer Höhepunkt der Ausstellung ist das Original eines solchen Teehauses auf dem Gelände der Villa Stuck. Komplett aus Holz und wie auf Stelzen gebaut tront das einmalige Gebäude hoch über dem Besucher. Manche Teehäuser Fujimoris erreichen teils schwindelerregende Höhen.
Eine zentrale Rolle in der derzeitigen Ausstellung nimmt das Projekt »Tokio Plan 2107« aus dem Jahr 2007 ein, das Fujimori als kritischen Visionär vorstellt. Vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse in Japan, entwickelte Fujimori Zukunftsmodelle, die weit über ein rein architektonische Denken hinausgeht. So regt der Architekt einen gesellschaftlichen Diskurs an, der − mit den Mitteln von Architektur und Kultur − den höchstmöglichen Einklang zwischen Mensch und Natur anstrebt. Zu besichtigen ist die Ausstellung und das Teehaus noch bis 16. September in der Münchner Villa Stuck, die von Führungen und interessanten Veranstaltungen begleitet wird. Weitere Informationen zur Fujimori-Werkschau auf der Internetseite der Villa Stuck.
Text: Jürgen Rösemeier
Einem Baumhaus gleich wurde dieses Teehaus inmitten von Kirschbäumen errichtet. © Akihisa Masuda,
Städtisches Kunstmuseum Chino
Auf langen Stelzen... © Akihisa Masuda, Städtisches Kunstmuseum Chino
... oder am Hang und hinter dem Wohnhaus sind in Japan Teehäuser zu finden. Die Fujimori-Entwürfe sind hierbei etwas ganz Besonderes. © Akihisa Masuda, Städtisches Kunstmuseum Chino
Einer der Höhepunkte der Münchner Werksaustellung: Das mobile Teehaus auf Rollen. © Bernd Schuller/Villa Stuck
Einladend auch in der Dunkelheit, dank seiner Fertigung aus Holz. © Bernd Schuller/Villa Stuck
Auch dem Leben in der Zukunft nach den Vorstellungen von Fujimori gilt ein essentieller Teil der Ausstellung. Hier: Die Gemüsestadt München. © Heinz Gebhardt/Akihisa Masuda, Courtesy des Ku?nstlers, mit Unterstu?tzung der Obayashi Corporation

Aus alten Autoreifen eine nachhaltige Villa zaubern
Alte Autoreifen, Glasflaschen, ein paar Balken und jede Menge Erde: So kann sich jeder, der ein paar kräftige Freunde hat zum Dumping-Preis ein Null-Energiehaus bauen und jeder kann sich ein Eigenheim leisten. Zudem gibt es nie wieder eine Strom-, Gas- oder Wasserrechnung. Wie das geht, wie schick, innovativ und nachhaltig so ein Haus ist, ein Einblick. Weiterlesen

Mit der Natur statt dagegen: Wie Weiden zum Kunstwerk werden
Der Sandworm des Umweltkünstlers und Architekten Marco Casagrande erweckt in den Dünen des belgischen Wenduines großes Aufsehen. Der 45 Meter lange Sandworm verbindet Kunst mit regionalem Handwerk, der Weidenflechterei. Vier Wochen dauerte es, bis das temporäre, rein natürliche Kunstwerk entstand, welches sich die Natur irgendwann zurückholen wird. Weiterlesen

Leben wie die Hobbits ist Realität: Natürlich bauen in Wales
Natürlich bauen ist auch in Deutschland ein Trend, der immer mehr Fans findet. Sei es das Strohballen- oder Holzhaus und Möbel, die keine Allergene ausdampfen. Doch, das kostet Geld. Anders machte es ein Brite. Ein 32 Jähriger Familienvater nahm 3.000 Pfund, schnappte sich Hammer, Säge und Spaten und legte los. Das Ergebnis ist einzigartig. Weiterlesen
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann abonnieren Sie doch unseren nachhaltigleben-Newsletter. Jede Woche weitere nützliche Artikel, Tipps und Veranstaltungshinweise
Von Ende April bis zum 24. Juni ist Spargelsaison. Daher bleibt nicht mehr viel Zeit, um das leckere Gemüse frisch zu genießen. Damit Ihnen der Spargel nicht eintönig wird, stellen wir hier für Sie in den kommenden Tagen tolle Rezepte mit Stängelgemüse zusammen. Weiterlesen
Kommentare
Sehr geehrte Damen und Herren, ich freue mich immer wieder sehr, wenn ich den Newsletter bekomme und lese diesen mit Begeisterung. Mit freundlichen Grüßen Sylvia Straub
Zu den weiteren Kommentaren