Holzzentralheizungen sind im Gegensatz zum Holz- oder Kaminofen eine der besten Lösungen, um gleich ein ganzes Haus umweltfreundlich, nachhaltig und mit der alternativen Energiequelle Holz zu beheizen. Es gibt unterschiedliche Formen der Holzheizung, doch alle haben eines gemeinsam: Sie sind umweltfreundlich und die clevere Alternative. Systeme im Überblick.

Holzzentralheizungen sind umweltfreundlich.

Wer das ganze Haus mit Holz heizt, heizt umweltfreundlicher. Foto: © Heinz Drstak - Fotolia.com

Holzheizungen werden grundsätzlich in zwei Anlagentypen unterschieden. Es gibt die beliebte Holzheizung für die Einzelraumbefeuerung, also den Holzofen, Kaminofen oder auch den Kachelofen und die Holzzentralheizung. Je nach Nutzungsweise, haben Hauseigentümer die mit Holz heizen möchten, somit ein breites Spektrum. Ganz abhängig von den individuellen Wünschen und Gegebenheiten. Beispielsweise nur das Wohnzimmer zu heizen oder das ganze Haus durch eine Holzheizung – das sind die grundsätzlichen Unterschiede.

Aber es gibt auch Mischformen. So existieren Zimmer-Pelletöfen, die in einem bestens isolierten Haus nahezu die komplette Heizkraft übernehmen und bis zu 80 Prozent des Warmwassers produzieren. Niedrigenergiehäuser oder Passivhäuser sind zur Installation der Zimmer-Pelletöfen mit Warmwasserbereitung ideal. Ergänzt werden, können diese beispielsweise durch Solarthermie. Weitere Systeme im Bereich der Holzheizungen sind die Stückholzheizung, Hackschnitzelheizungen, Holzvergaserkessel und zentrale Pelletheizungen sowie moderne Kachelöfen..

Die Holzheizung mit Stückholz

Die Stückholzheizung gibt es sowohl für die Einzelraumbefeuerung, als auch für die zentrale Versorgung mit Wärme und Warmwasser. Die Leistung ist, je nach Bedarf und Zentralheizung, in einem Leistungsspektrum von maximal 50 bis 200 kW erhältlich. Anlagen für Einzelräume sind zwischen 4 und 15 kW dimensioniert. Herrscht eine offene Bauweise vor, dann können hiermit auch mehrere Räume beheizt werden. Dies gilt übrigens auch für andere für einzelne Räume geeigneten Holzheizungen. Ein Nachteil ist der Komfort in der Bedienung. Denn bei diesem Holzheizungs-Typ muss von Hand befeuert werden, das Stückholz also von Hand nachgefüllt werden. Jedoch sind diese Heizsysteme so effizient, dass dies nicht zur «Tagesaufgabe» wird. Zudem sind die Tage vorbei, an denen eine Heizung nur im Keller oder einem Heizungsraum installiert wird. Gerade bei Stückholz-Holzheizungen gibt es Modelle, die formschön sind und beispielsweise im Wohnzimmer oder dem Hausflur Platz finden. Diese geben nur einen Teil der Heizleistung direkt an den Raum ab, der überwiegende Teil wird in einen Wärmespeicher für Warmwasser und in die Heizung gespeist.

Die Holzheizung mit Hackschnitzel: Heizen mit Abfall

Hackschnitzel sind meist aus minderwertigem Holz gefertigt, welches in der Industrie keine Anwendung mehr findet. Es ist in der Regel zerkleinertes Abfallholz, das auch aus der Landschaftspflege stammen kann. Diese Variante, eine Holzheizung zu befeuern, ist somit nachhaltig und ideal für die Beheizung eines Hauses.

Pelletöfen heizen mit Restholz und sehen gut aus.

Dafür, dass Pelletöfen mit Abfall- und Restholz geheizt werden, sehen sie ganz schön gut aus. Foto: © www.wodtke.com

Holzheizung mit Pellets: Die regionale Alternative

Auch Pellets sind zum überwiegenden Teil aus Abfallholz gefertigt, meist aus Sägemehl, Hobelspänen oder Restholz aus der Forstwirtschaft. Sie werden gänzlich ohne Chemie und unter hohem Druck gepresst, die Hersteller nutzen sogar oftmals selbst Restholz, um die benötigte Energie zu erzeugen. Der hohe Energiegehalt eines Kilogramms Pellets entspricht etwa einem halben Liter Heizöl. Nur, dass Pellets wesentlich günstiger sind und klimaneutral verbrennen (Holz bindet die Menge CO2, die später durch die Verbrennung entsteht).

Es gibt einige Gründe, die für den Kauf einer Pellet-Holzheizung sprechen. Der günstige Preis, die Umweltvorteile und schließlich auch die Herkunft. Denn der überwiegende Teil der Pellets werden in Deutschland, idealerweise sogar regional hergestellt. Pelletöfen gibt es zur Befeuerung einzelner Räume oder als Zentralheizung wie anfangs erwähnt. Die Zimmeröfen werden von Hand befüllt – je nach Modell, nach 24 bis 100 Stunden Laufzeit -, die Zentralheizungen automatisch aus einem Pellet-Lager. Die Holzheizung mit Pellets hat die geringsten Abgaswerte und den höchsten Wirkungsgrad.

Der Holzvergaserkessel: Luft und Holz wird zu Wärme

Einen ebenfalls hohen Wirkungsgrad haben Holzvergaserkessel. Dieser Holzheizungstyp wird einmal beschickt und sorgt mittels geregelter Luftzufuhr für eine ideale Verbrennung. In Kombination mit einem ausreichend dimensionierten Wasserspeicher, kann noch nach Tagen warmes Wasser von dieser Befeuerung vorhanden sein und bedarfsgerecht abgerufen werden.

Ein kuschelig warmes Wintergefühl gibt es mit Kachelöfen.

Für eine wunderbar winterliche Atmosphäre gibt es Kachelöfen. Auch als Zentralheizung. Foto: © www.zukunftswald.de

Kachelofen: Wohlige Wärme mit der Holzheizung

Was zu Großmutters Zeiten meist nur einen Raum beheizte, ist heute durch ein ausgeklügeltes Lüftungssystem für gleich mehrere Räume als Heizung nutzbar. Die Rede ist vom Kachelofen. Wie bei allen Holzheizungen ist auch der Kachelofen umweltfreundlich, da auch er nur so viel Kohlendioxid ausscheidet, wie das Holz aus der Umwelt gespeichert hat.

Die großen Vorteile der Holzheizung

  • Das Brennmaterial Holz ist wesentlich billiger als Öl und Gas.
  • Es verbrennt klimaneutral nur das CO2, das es auch der Umwelt entzogen hat.
  • Wer sich mit anderen zusammenschließt hat es einfacher, Holz selbst zu machen.
  • Holz kann regional bezogen oder gleich selbst gemacht werden. Letzteres ist nicht nur gut für die Gesundheit, es macht den Brennstoffpreis auch nochmals billiger.
  • Holzheizungen sind ideal mit anderen regenerativen Energiequellen koppelbar, beispielsweise Solarthermie.
  • Holzheizungen können ergänzend oder als alleinige Zentralheizung genutzt werden.

Erwägen Sie vielleicht doch eher einen Heiz- oder Kaminofen für einen einzelnen Raum? Dann lesen Sie unter «Umweltfreundlicher und kuschelig: Heizen mit Holz- und Kaminofen».

Einen komplett anderen Weg geht das Sonnenhaus. Bei diesem Haustyp ist im Idealfall gar keine Heizung mehr nötig. Der Besitzer ist komplett autark von anderen Energiequellen und nutzt reine Sonnenenergie. Das ganze Jahr. Mehr hierzu im Artikel zum Sonnenhaus.

Quellen: zukunftswald.de, Wikipedia, holzheizung.de, klimaschutz-hwk-schwaben.de

Text: Jürgen Rösemeier


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Kommentare

  • Juergen Doneit 29.01.2012 13:39 Uhr
    Hallo Herr Buhmann, jetzt haben sie mit 3 Kommentaren meine Kriitk ganz nach unten geschoben, wirklich auf meine Argumente eingegangen sind sie nicht (100xmehr Ruß und Schadstoffe, Schwefel usw). Es drängt sich der Verdacht auf, dass sie Holzöfen verkaufen und keine objektive Meinung vertreten. Es gibt auch CO2 freie Alternativen zu Holz, ohne die Luft zu verpesten; z.B. Wärmepumpe mit Ökostrom betrieben, Windgas von Greenpeace Energy verbrennen.
    Nochmal, aus Holz macht man Papier, Baustoffe oder Möbel und verwertet es nach langer Lebendauer energetisch in Anlagen mit Filter. Für den Hausbrand ist Holz ungeeignet. (Siehe Kommentar #1)
    Gruß Jürgen Doneit
  • J. Buhmann 15.12.2011 15:33 Uhr
    9. Der Bediener kann mit seinem Heizverhalten viel dazu beitragen, dass die Öfen effektiver und schadstoffärmer verbrennen. Denn: Es ist nicht anders wie bei einem Autofahrer, der spritsparend fährt oder „heizt“. Faustregel: Weniger als 20% Restfeuchte und Befüllen nur bis zur Markierung. Dann gibt es auch Schornsteinfeger, die sagen: „Reinige ich eigentlich gerade den richtigen Abzug?“ Der Ruß verbrennt mehrheitlich.
    10. Aktuelle Zahlen belegen: 100.000 Arbeitsplätze sind gesichert und 5 Milliarden Euro Umsatz werden in der Deutschen Forstwirtschaft erzielt. Und welcher Scheich verdient an unserem Öl, welcher Regierungschef finanziert derzeit seine Wahl mit Gasvorkommen?
    11. Öl und Gas sind definitiv endliche Stoffe. Wer die aktuelle Preissteigerung (Ende 2011) beim Gas – 11 % - und Öl – 29,5 % - in nur einem Jahr noch bedenkt…
  • J. Buhmann 12.12.2011 16:02 Uhr
    Genauso wichtig sind die weiteren Argumente PRO Holzheizung: 5. Holz verbrennt CO2 neutral, andere Brennstoffe nicht. Angesichts eines 2011 entdeckten Ozonlochs auch in der Arktis/Nordpol, sollte so viel wie möglich auch des Treibhausgases CO2 vermieden werden.
    6. Laut Informationen des Umweltbundesamt verursacht eine Standard-Kleinfeuerstelle genauso viel Feinstaub wie ein laufender PKW-Motor ausscheidet (uralt Zahlen aus 2005). In dieser Statistik ist aber nicht bedacht, wie viel Feinstaub zusätzlich noch auf der Straße liegend aufgewirbelt wird (Bitte mal an den Gummiabrieb denken!). Ergo: Müssten auch alle Autos aus der Innenstadt.
    7. Eine neue Pelletsheizung zum Beispiel kann laut Carmen-EV bis zu vier Mal weniger Feinstaub ausstoßen als ein PKW. Auch vier Mal weniger, als millionenfach verbaute Ölheizung! Dies wird bspw. durch eine moderne Brennwerttechnik erreicht…
    8. Wer modernisiert, nimmt auch bspw. Solarthermie hinzu und reduziert erneut Holzverbrauch.

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