Aktuell sind die Zinsen für einen Hausbau auf einem Rekordtief. Gleich mehrere 10.000 Euro werden im Vergleich zu vergangenen Jahren gespart. Wer also jetzt plant, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, sichert sich zinsgünstige Kredite. Warum es sich jetzt außerdem lohnt, wie man sich die Zinsen auch für später sichern kann und was zu beachten ist.
Raus aus der Miete: Dank dem Rekordtief der Zinsen, können Wohnungen und Häuser aktuell schon für 3 - 4 % Zins finanziert werden. Foto: © Thinkstockphotos
Davon kann Griechenland derzeit nur träumen. Denn aktuell bewegen sich die Zinsen für den Hausbau auf einem Rekordtief. Im Extremfall kann ein hoher vierstelliger Betrag eingespart werden. Und dies im Vergleich zu noch vor zehn Jahren. Waren 2001 noch Zinsen für einen Hausbau-Kredit von sechs Prozent üblich, so gibt es laut Stiftung Warentest aktuell Kredite für um die drei Prozent, selbst bei einer Zinsfestschreibung von 20 Jahren. Das heißt, dass heute der Erwerb einer Immobilie schnell 20 bis 30 Prozent günstiger sein kann, als noch zur Jahrtausendwende. Doch, Achtung: Nicht jeder erhält diese günstigen Kredite. Denn die Banken machen den Kreditzins für den Hausbau auch am erbrachten Eigenkapital fest. Das heißt, je mehr Eigenkapital erbracht wird, desto günstiger ist der Zins für den Hausbau. So sollten als Faustregel 20 bis 30 Prozent Eigenkapital vorhanden sein.
Zwar hat der langjährige Kunde einer Bank Chancen, den Zinssatz für den Hausbau in einem bestimmten Rahmen zu verhandeln, doch schon bei zwei, drei Zehntel günstigeren Kreditangeboten einer anderen Bank kann sich der Wechsel der Bank bereits lohnen. Hier gilt: Vergleichen der Zinssätze für einen Baukredit lohnt sich.
Zwar erwirtschaften Immobilien keine gute Rendite, trotzdem sind gekaufte Wohnungen oder Häuser eine gute Investition in die Zukunft. Denn: Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher, stimmt der Preis, die Qualität und die Lage der Immobilie. Und wer bedenkt, wie viel er zeitlebens in die Miete investiert, der erkennt schnell den Wert der eigenen Immobilie, die irgendwann bezahlt ist.
Die Zinsen, die der private Bauherr zahlt, hängen immer auch von der Finanzmarkt-Situation ab. Geht es den Banken schlecht, dann vergeben sie auch günstige Zinsen. Und gerade in finanziell unsicheren Marktsituationen sind Häuslebauer die sichersten Bankkunden. Diesen günstige, zinsniedrige Kredite zu geben, ist für Banken als eine sichere Maßnahme. Denn dem bestehenden Restrisiko von Seiten der Bank steht immer eine Immobilie gegenüber.
Finanzexperten raten, dass sich Bauwillige ob der günstigen Zinsen nur nicht verrückt machen und panisch voreilige Entscheidung treffen sollen. Denn es gibt auch die Option eines Forward-Darlehens mit Ausstiegsklausel. Forward-Darlehen bedeutet, dass sich der zukünftige Bauherr heute einen zinsgünstigen Kredit sichern kann, selbst wenn er erst in fünf Jahren plant, ein Haus zu bauen oder eine Immobilie zu erstehen. Zwar fällt hierfür ein Aufschlag an, doch damit geht der zukünftige Bauherr auf Nummer sicher und kann sich die aktuell niedrigen Zinsen für den Hausbau sichern.
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Text: Jürgen Rösemeier

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