Haben Sie heute schon Glas recycelt? Bestimmt. Denn die Deutschen recyceln 82,2 Prozent des anfallenden Glases. Doch die Schweizer sind führend im Glasrecycling. 95 Prozent der Gemeinden besitzen einen Glascontainer. Das könnte auch mit anderen Materialien so gut funktionieren.

Glas-Recycling ist gut für Umwelt und Klima.

Die Deutschen sind gut, aber die Schweizer sind Spitzenreiter beim Recycling von Altglas.

Frau und Herr Schweizer sind Weltmeister im Glassammeln. 95 Prozent des gekauften Behälterglases für beispielsweise Konfitüre oder Getränke landen im Glascontainer. Sogar fein getrennt nach Farbe. Und das hat nichts mit Kleinkariertheit zu tun, denn die Sortierung nach Glasfarben beim Glasrecycling lohnt sich auf jeden Fall. Doch auch die Deutschen sind sehr bemüht und sorgen mit 82,2 Prozent Glasrecycling-Quote für ein gutes Ergebnis. Das sind rund 24 Kilogramm pro Bundesbürger.

Der Anschein trügt, dass beim Entleeren der Container die zuvor mühselig nach Farben getrennten Glasflaschen ins gleiche Fahrzeug geleert werden. Die Sortierung des Glases hat einen tieferen Sinn: Auch die Sammelfahrzeuge sind im Inneren eingeteilt, denn es wird aus jeder ursprünglichen Farbe wieder Behälterglas in derselben Farbe hergestellt. Also wird aus grünem Altglas wieder grünes Verpackungshohlglas und aus einem weißen Gurkenglas könnte eine weiße Weinflasche werden. Aber Achtung: Geht ein Fenster kaputt, haben die Glasscherben nichts im Glascontainer verloren. Anders sieht es mit den Glasboxen in einigen deutschen Regionen aus. Da kann von guter Sortierung nicht die Rede sein.

Früh übt sich wer gute sGlasrecycling betreibt

Das Sammeln von Glas ist in Deutschland schon lange zur Gewohnheit geworden. Denn seit den siebziger Jahren sammeln die Deutschen systematisch Altglas. Mehr als zwei Millionen Tonnen bringt die Bevölkerung jährlich zu den Sammelstellen oder entsorgen es über die Glas-Boxen im Haushalt. Auf diesem Weg gelangen über 82 Prozent der verkauften Glasverpackungen in Deutschland in den Kreislauf wieder zurück. Mit einer Quote von 95 Prozent liegt die Schweiz zusammen mit Belgien und Dänemark an der Weltspitze. «Das vorbildliche Verhalten beim Glasrecycling lernen die Schweizer schon als Kinder», sagt Peter Reimann von der Schweizer Firma Vetropack, einem industriellen Glashersteller mit Sitz in Bülach und Genf. Erreicht wird das durch die Zusammenarbeit mit Schulen, Gemeinden und Städten, den Recyclingorganisationen und dem Schweizer Bundesamt für Umwelt (BAFU). «Wir organisieren Ausstellungen und leisten Aufklärungsarbeit», sagt Reimann.

Fremdstoffe bei Glasrecycling unerwünscht

Und dennoch landen in den Containern auch heute noch viele Stoffe wie Keramik, Fensterglas oder Tischplatten, die eigentlich nicht dorthin gehören. «Der Anteil der Fremdstoffe im Altglas beläuft sich auf etwa fünf Prozent», schätzt Peter Reimann von der Schweizer Firma Vetrorecycling. Auch wenn Altglas ein sehr ergiebiger Rohstoff ist, weil man es beliebig oft einschmelzen und ohne Qualitätsverlust neu verarbeiten kann, reichen bereits kleine Mengen an Fremdstoffen und schon leidet die Qualität von Recycling-Glas. Der größte Feind ist Porzellan im Weißglas und Tonscherben im Braunglas. Auch alle anderen Abfälle wie Kristallglas haben im Glascontainer nichts verloren. Denn sie verteuern die Glasentsorgung unnötig. Damit aus Altglas einwandfreies neues entstehen kann, dürfen auch auf keinen Fall andersfarbige Scherben im Weiß- oder Braunglas landen. Einzig Grünglas ist da etwas unempfindlicher und verträgt in begrenztem Maße anders farbiges Glas, ohne dass die Qualität bei der Herstellung von Neuglas darunter leidet.



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