Nachhaltigleben

Die Zahlen sind erstaunlich: In deutschen Haushalten liegen weit mehr als 80 Millionen alte Handys in Schubladen und Kartons, aber nur 3 Prozent werden dem Recycling zugeführt. Scheinbar aus Angst, dass persönliche Daten entdeckt werden, werfen viele die Handys sogar in die Mülltonne. Doch das ist schlecht für die Umwelt. Warum sich das Handy-Recycling nicht nur für die Umwelt lohnt und sogar Geld einbringt.

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Mit Handy Recycling Umwelt schonen und Geld verdienen

Von Handy-Recycling profitiert einfach jeder. 80 Millionen Alt-Handys in deutschen Schubladen können einen guten Beitrag zum Umweltschutz und dem Ressourcenschonen sein. Für viele gibt es im Nachhaltigleben.de-Anbietervergleich sogar noch Geld. © Thinkstockphotos

Mittlerweile gibt es mehrere Anbieter, die alte Handys und Smartphones zurücknehmen, sogar Geld dafür bezahlen wie der Anbieter-Vergleich auf Nachhaltigleben.de zeigt. Und das ist auch gut so, betrachtet man die Fakten der Rohstoffgewinnung und das Müllproblem. Denn viele wertvolle Rohstoffe sind in einem Handy oder Smartphone verbaut, die meist unter ökologisch sehr bedenklichen Methoden in der Natur gewonnen werden.

Beispiel Gold: Seine Gewinnung verseucht ganze Landstriche

Jedes Handy oder Smartphone enthält durchschnittlich 20 Milligramm Gold. Wenn man bedenkt, dass alleine dieses Jahr 30 Millionen neuer Smartphones über die Ladentheken gehen sollen, braucht es keinen Taschenrechner, um sich die Mengen an benötigtem Goldalleine in der Herstellung von Mobiltelefonen vorzustellen. Das Schlimme daran: Für nur ein Kilogramm Gold werden durchschnittlich in den Minen dieser Welt 141 Kilogramm hochgiftiges Cyanid benötigt, um das wertvolle Gold aus dem Erz zu waschen. Letztlich ein geringes Problem, würde das Cyanid nicht ungehindert in die Natur geschüttet. Übrigens: Vom Auto bis zum  zuverlässigen HDMI-Kabel wird fast in allen modernen, elektronisch gestützten Geräten und Bauteilen Gold benötigt, welches meist unter wenig umweltfreundlichen Methoden gewonnen wird.

Ähnlich verhält es sich mit Silber oder Kupfer - auch diese Metalle befinden sich in den Alt-Handys und machen das Handy-Recycling und die Rohstoff-Rückgewinnung attraktiv. Zudem warnen Experten davor, dass das Vorkommen weitere wichtige Handybestandteile wie Indium – eine Schwermetall, dass als transparenter Leiter für Touchscreens oder Flachbildschirme benötigt wird -, genauso wie das wertvolle Palladium bereits in 25 Jahren erschöpft sein könnte.

Seltene Erden: Nicht alle sind selten, aber alle schaden der Umwelt

Nicht alle insgesamt 17 Seltene Erden sind wirklich selten. Aber alleine aufgrund ihres stetig steigenden Marktpreises werden sie meist völlig rücksichtslos aus der Natur gewonnen. China hält alleine 95 Prozent der heute bekannten Vorkommen an Seltenen Erden und baut dies mit ebenfalls hochgiftigen Lösungen in der Natur ab, ohne sich um die Überreste zu kümmern. Somit ist auch aus dieser Sicht das Handy-Recycling mehr als sinnvoll und nachhaltig.

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China ging 2010 sogar so weit, dass sie allmählich die Ausfuhr drosselte, um den Weltmarktpreis weiter zu erhöhen. Und die Lieferung an Japan wurde sogar kurzfristig ausgesetzt, sozusagen als Druckmittel in einem Handelsstreit. Zwar werden andere Vorkommen gesucht und erforscht, doch diese könnten – Beispiel Grönland – in fragilen Naturlandschaften liegen, ihr Abbau damit ein Ökosystem nachhaltig zerstören. Zudem schätzen Experten, dass die Gewinnung aus neuen Vorkommen noch bis zu 20 Jahre dauern könnte. Auch Seltene Erden sind heute in nahezu jedem Elektronikgerät verbaut und würden nicht das leisten können, was sie heute so geschätzt macht.

Mit Handy Recycling Umwelt schonen und Geld verdienen

Apple beispielsweise recycelt auch seine alten iPhones. Doch das belastet chinesische Industriestandorte wie den Ort Guiyu immens: Der Ort hat die höchste Dioxinbelastung der Welt. Das Handy-Recycling hier in Deutschland unter hohen Auflagen ist nicht zuletzt auch eine Form des Umweltschutzes. (c) Lu Guang

So wird durch Handy-Recycling aktiver Umweltschutz betrieben

Besonders alte Handys könnten laut wirkaufens.de giftige Gase ausstoßen. Der Grund: die Akkus enthalten teils giftige Schwermetalle. Daher sollten Handys in keinem Fall über den Hausmüll entsorgt werden, denn entweder belasten sie Mülldeponien oder, werden sie mit dem Hausmüll verbrannt, so entstehen giftige Dioxine.

Aprospos Dioxine: Auch Apple recycelt Handys. Alleine 80 Prozent der Smartphones mit dem angebissenen Apfel-Logo landen in der chinesischen Stadt Guiyu. Dort werden die mobilen Telefone, anders als in Deutschland, wohl unter dermaßen schlechten Umweltauflagen recycelt, dass 6 von 7 Frauen eine Fehlgeburt erleiden und 7 von 10 Kindern stark erhöhte Bleiwerte im Blut aufweisen. Und wohl keine andere Ursache, als das unsaubere Handy-Recycling kann als Erklärung dienen bei der Tatsache, dass Guiyu die höchste Dioxin-Konzentration auf der ganzen Welt aufweist. Mehr zu Apple und den Umweltsünden, die in der Handyproduktion gang und gebe sind.

Funktionierende Alt-Handys: Ein Segen für Bewohner in Dritte-Welt-Länder

Ein Handy hält heute – abgesehen von der nachweislich geplanten Obsoleszenz mancher Akkus – im Schnitt 5 bis 10 Jahre. Der Deutsche kauft sich indes alle anderthalb bis zwei Jahre ein neues Handy, derzeit schwerpunktmäßig ein Smartphone. Funktionierende Mobiltelefone können über die Aufkaufportale daher sinnstiftend und nachhaltig einer Weiterverwendung zugeführt werden.

Nicht nur, dass eine Energie intensive und Ressourcen verbrauchende Neuproduktion beim Wiederverkauf vermieden wird – Menschen in Dritte-Welt-Länder können sich ein Kommunikationsgerät leisten, das so für sie im Neuzustand gänzlich unerschwinglich ist. Dabei muss der Handybesitzer nicht fürchten, dass eventuell noch auf dem Handy vorhandene Daten an Dritte gelangen, seien sie brisant oder einfach nur privat. Es gibt heute zuverlässige Software, die von den Aufkaufportalen beziehungsweise deren seriösen Partnerbetrieben die Daten nachhaltig und unwiederbringlich entfernen.

Handy-Recycling: Wirklich jeder profitiert

Von Alt-Handy-Verkauf profitiert jeder. Und manchmal lagern wahre Schätze in den Deutschen Schubladen, die mehr wert sind als nur ein kleines Taschengeld. Denn: einige Modelle bringen noch richtig gut Geld ein. So gibt es beispielsweise für das Samsung Galaxy i9100 S2 noch über 180 Euro bei rebuy.de und für ein altes iPhone 4 gibt es derzeit über 300 Euro bei Momox.de (Stand 13.12.2012).

Nutzen Sie unser unabhängiges Handy-Vergleichs-Angebot, denn, auch wenn es kein Geld für das Handy-Recycling gibt, profitieren wird jeder, nicht nur die Umwelt. Mit nur ein paar Klicks ist alles erledigt. Hier geht`s zum Handy-Vergleich.

Ökologischer Rucksack: Das steckt im Handy und hinter seiner Produktion:

Text: Jürgen Rösemeier


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