Wer auf das Autofahren verzichten kann, sollte es dieser Tage nicht nur aus Gründen der Nachhaltigkeit. Denn spätestens an der Zapfsäule und beim Blick auf die derzeitigen Spritpreise steigt jedem der Blutdruck. Doch, nicht jeder kann das Auto stehen lassen. Warum die Preise steigen und wie jeder Einzelne etwas dagegen unternehmen kann, ein Überblick.
Es ist 5 vor 12 bei den Spritpreisen. Was sind die Gründe für die Preiserhöhung und was kann der Einzelne zur Kostenreduktion tun? (c) Fotolia
Da die Spritpreise immer weiter steigen ist es an der Zeit, etwas zu unternehmen. Denn Autofahrer zahlen derzeit Rekordpreise für Sprit und Diesel. Das hat viele Gründe. Künstlich knapp gehaltenes Öl und ein schwacher Euro gehören dazu.
Als einer der Hauptgründe für die steigenden Preise an der Zapfsäule gilt laut Experten der Atomstreit mit dem Iran. «Das ist der Nervositätsfaktor auf den Märkten», weiß Kirsten Westphal von der Stiftung Wissenschaft und Politik. Durch das von der EU verkündete Ölembargo für den Iran – erst gültig ab Juli – und der Einstellung der Lieferung an Frankreich und Großbritannien macht die Branche unruhig. Zwar könnte Saudi-Arabien spielend das fehlende Kontingent ausgleichen, aber auch dieses Öl müsste durch die Straße von Hormus. Und angesichts des derzeitigen Manövers der iranischen Armee werden auch die Spritpreise in die Höhe getrieben.
Der starke Dollarkurs, die Währung für das Öl, ist weiterhin ein Grund für die Verteuerung der Spritpreise. Auch die Kältewelle der vergangenen Wochen ist ein Grund für die Verteuerung. Es wurde offensichtlich mehr Heizöl als Sprit produziert, verrät der Essener Professor für Energiewirtschaft, Christoph Weber. Zudem ist bekannt, dass immer schwieriger zu erschließende, neue Ölvorkommen die Förderkosten in die Höhe treiben. Aktuelles Beispiel: Eine tausend Meter tiefgelegenes Vorkommen vor der brasilianischen Küste.
Laut Branchenverband der Mineralölindustrie habe diese die Preise für Benzin und Diesel nicht angehoben. Auch die erhobenen Steuern der Bundesregierung, die Energiesteuer mit der enthaltenen Ökosteuer habe sich nach Angaben des Bundesfinanzministeriums seit 2003 nicht erhöht. Der Betrag liegt nach wie vor bei 65,45 Cent pro Liter Benzin, bei 47,04 Cent für den Liter Diesel. Allerdings: Steigt der Spritpreis, so steigt auch die Umsatzsteuer. Die wiederum an den Staat geht. Schließlich spekulieren viele Investoren aufgrund der aktuell schlechten Weltwirtschaftslage in den Rohstoff Öl. Auch das erhöht die Weltmarktpreise.
Wohin gehen die Spritpreise noch? (c) Fotolia
Wer an der Zapfsäule die Spritkosten richtig runterschrauben will, sollte darüber nachdenken, auf das umweltfreundliche Erdgas oder Autogas umzurüsten. Doch Deutschland scheint zu konservativ, vergleicht man die Zahlen der Gas-Autos im Ausland und hier. Nur knapp 460.000 Autos fahren mit dem vom Staat günstig gehaltenen Autogas, lediglich 75.000 mit ebenfalls billigem Erdgas. Obwohl nahezu jeder Autohersteller eine Gasalternative anbietet und die Kosten an der Zapfsäule um 30 bis 50 Prozent niedriger ausfallen. Damit rechne sich ein Umsteigen bereits bei etwa 14.000 gefahrenen Kilometern im Jahr.
Am 1. März findet deutschlandweit die Aktion «Tankfreier Tag» statt zu der derzeit in Facebook aufgerufen wird. Damit kann jeder an diesem Samstag ein Zeichen setzen gegen die explodierenden Spritpreise. «Nur wenn sich viele Menschen zur Veranstaltung anmelden haben wir die Chance etwas zu verändern», sagen die Organisatoren auf einer der derzeit existierenden Facebook-Seiten zum Aktion tankfreier Tag.
Text: Jürgen Rösemeier

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