Weich, sanft zur Haut und einfach schön anzuschauen ist der neueste Trend für Öko-Mode. Genauer, für Dessous. «Öko», weil für die Natur und auch für die Trägerin unbedenklich produziert. Diese Dessous werden aus Bio-Baumwolle, Hanf, Soja oder schnellwachsendem Bambus hergestellt. Wie gut das auch noch aussehen kann, zeigen die angesagtesten Modelle.
Pestizide, Umweltverschmutzung und Ausbeutung gibt es bei dieser tollen, grünen Unterwäsche nicht. Foto: LuvaHuva
Pestizide, Umweltverschmutzung, Raubbau an der Natur und Ausbeutung der Menschen im fernen Osten – viele Begriffe fallen einem ein, wenn man die Produktion der Rohstoffe und deren Verarbeitung zu Stoffen und Kleidungsstücken beschreibt. Der Trend, grüne Mode und damit für alle Seiten unbedenkliche Kleidungsstücke zu produzieren, wird glücklicherweise immer deutlicher. Der Anteil an nachhaltig produzierter Mode nimmt zu. Auch bei Dessous.
Sexy Dessous aus umweltfreundlichen und gesunden Materialien in Bildern (Anklicken zum vergrößern)
Die Nachfrage steigt immens und viele Modeschauen von New York, London, Berlin bis Paris gehen auf das Thema faire oder grüne Mode ein. Selbst Manolo Blahnik hat das Thema grüne Recycling-Mode für sich entdeckt. Die ausgewählten Materialien und Stoffe sind nachhaltig produziert und lassen nichts an Komfort oder modischem Äußeren vermissen. Und gerade bei der grünen Unterwäsche zeigt sich, dass die zweite Haut auch grün und modisch sein kann.
Nicht nur die Menschen und die Natur, die die Stoffe für grüne Mode und die sexy Dessous produzieren, profitieren von dem neuen Trend. Es wird sanft mit der Umwelt umgegangen und die Chemie muss «draußen bleiben». Letzteres ist besonders für die Trägerin und den Träger vorteilhaft. Erst kürzlich verriet die Mikrobiologin und Modedesignerin Anke Domaske nachhaltigleben.de in einem Interview, dass sich beispielsweise Pestizide, die unter anderem beim Großteil der Baumwollproduktion zum Einsatz kommt, nie wieder gänzlich aus dem Stoff entfernen lässt. Selbst nach vielen Wäschen seien Pestizide noch nachzuweisen. Das ist nicht nur für eine steigende Zahl von Allergikern ein Problem. Wer will schon morgens in den Kleiderschrank oder die Schublade blicken und statt an die bevorstehende Arbeit, an Pestizide und Chemikalien denken? Und so produzierte Stoffe auch noch direkt auf der Haut tragen?
Auch die Transportwege aus meist asiatischen Ländern, wo viele Rohstoffe und Kleidungsstücke zu Dumpinglöhnen produziert werden, sind in Zeiten der Klimaschutz-Problematik nicht zu unterschätzen. Grüne Mode-Hersteller gehen da einen anderen Weg. Im Falle der grünen Unterwäsche beispielsweise, werden heimische Holzfasern verwendet, oder schnellwachsender Hanf, Soja oder Bambus. Bei letzterem versichert ein Hersteller im Internet, dass er sogar eine spezielle Bambus-Sorte wähle, die nicht in Nahrungskonkurrenz zu der Hauptfutterpflanze von Pandabären steht. Das diese grüne Mode auf der Haut nicht nur vorteilhaft, anschmiegsam und toll zu tragen ist, sondern auch richtig sexy aussehen kann, zeigt unsere Bildgalerie.
Sind diese Shorts nicht schick? Romantic-Style aus London. Foto: LuvaHuva
Dass es viele tolle Hersteller von nachhaltiger und grüner Mode heutzutage gibt ist unstrittig. Auch im Bereich grüner Dessous. Längst schon sind die Zeiten passé, in denen es grüne Mode nur in einschlägigen Läden gab. Und Form und Ästhetik nicht unbedingt die breite Masse ansprach. Ein guter Grund dafür, dass grüne Mode, und damit auch nachhaltig produzierte Unterwäsche vermehrt erhältlich ist: Die Designer und Hersteller selbst sehen, dass gehandelt werden muss.
So hat die französische Designerin und ehemalige Architektin Sophie Young das Label Organic Lingerie auch deshalb gegründet, weil ihr Sohn an allen möglichen Allergien litt. Die englische Designerin Joanna Ketterer indes, dachte sich, gute und gesunde Stoffe zu verarbeiten und dem ganzen einen romantischen Touch zu verleihen kann keinem schaden. Ihr Londoner Label LuvaHuva zeigt eindringlich, dass grüne Mode für untendrunter fast zu schade ist, um nicht gezeigt zu werden. Das erst 2010 gegründete Label Underprotection ist der Auffassung, dass zahlbarer Luxus und Ästhetik auch ruhig ethisch sein kann. Und die deutsche Firma Mey zeigt mit der Linie Mey Bodywear, dass auch in Deutschland produzierte Unterwäsche unter Nachhaltigkeitsaspekten entstehen kann. Leider gilt, Deutschland ist noch lange nicht so weit in Sachen grüner Mode und ökologisch und gesundheitsverträglicher Dessous. Anders das europäische Ausland oder die USA.
Öko-Mode auf der Haut. Auch dieser modische Body ist grüne Unterwäsche. Foto: Underprotection
Die Konsumentin und der Konsument sollte vielleicht etwas kritischer werden und gezielt nach grüner Mode und sexy grüner Unterwäsche fragen. Dann erkennt vielleicht auch der Handel dessen Potenzial und nicht nur die Umweltverschmutzung wird reduziert. Denn, bis auf Mey und AIKYOU, ist die exemplarisch vorgestellte grüne Mode für untendrunter lediglich im Ausland erhältlich. Dies aber zu guten Versandkonditionen... Die Designer wissen, warum.
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Text: Jürgen Rösemeier

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