«Die Weltmeere sind so voller Fisch, dass der Reichtum unerschöpflich ist. » Das ist lange her. Durch die  industrielle Fischerei und den steigenden Bedarf an Fisch haben sich die Bestände teils bedrohlich reduziert. Mit Kennzeichnungen wie dem MSC-Siegel ist der Verbraucher auf der sicheren Seite.

Fisch mit MSC- und anderen Labels essen ist nachhaltig.

Das Schweizer Projekt fair-fish   setzt sich für nachhaltigen Fisch-Fang ein.

Die heutige Fischerei wird von Fangschiffen dominiert, die das natürliche Regenerationsvermögen der Fischbestände bei weitem übertreffen. Schiffe, mit modernster Sonar-Technik ausgestattet, können Fischbestände schnell und präzise orten. Diese Schiffe gleichen schwimmenden Fabriken, die über Verarbeitung- und Verpackungsanlagen sowie große Kühlsysteme verfügen. Sie sind mit so leistungsstarken Motoren ausgerüstet, dass sie kilometerlange Netze durch die Meere schleppen können. Mit anderen Worten: Die Fische haben keine Chance. Und der weggeworfene Beifang ist enorm.

Fangquoten nicht eingehalten

Schätzungen zufolge werden heute weltweit über 140 Millionen Tonnen «Fischereierträge» pro Jahr erzielt. Das ist viermal mehr als noch vor 50 Jahren. Laut Greenpeace sind seit den 1950er Jahren 90 Prozent der Bestände von Thunfisch, Schwertfisch, Heilbutt, Flunder und Kabeljau verschwunden. Rund zwei Drittel aller Fische, die in Warenhäusern, auf Märkten oder in Restaurants angeboten werden, stammen aus dem offenen Meer. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind bereits jetzt weit über 60 Prozent der globalen Fischbestände bis an ihre Grenzen erschöpft oder gar überfischt. Grundsätzlich sind die Fangquoten bekannt, die eine nachhaltige Fischerei erlauben. Der Internationale Rat für die Nutzung der Meere ICES (International Council for the Exploration of the Sea) empfiehlt jährliche Fangquoten für jede befischte Art, die eine nachhaltige Fischerei und das Überleben der Fische ermöglichen. Nach Greenpeace entscheide die Politik aber aus Angst vor wirtschaftlichen Einbußen viel zu oft im Sinne der Fischfangindustrie – mit katastrophalen Folgen für die Meere. Dazu komme noch die Piratenfischerei, die in keiner Statistik auftauche und daher auch in die Fangquoten nicht einberechnet werde. Wie wichtig die große Herausforderung ist, den Fisch-Fang zu schützen, erklärt der Geschäftsführer der MSC, Rupert Howes, in einem englischsprachigen Video

 Bekämpfung illegaler Fisch-Fangpraktiken gefordert

Die illegale Fischerei stellt weltweit ein gravierendes Problem dar. Rund um den Globus zerstört sie Lebensräume, untergräbt die Aktivitäten gesetzestreuer Fischereien, bedroht die Lebensgrundlage von Menschen und gefährdet die Nahrungsmittelsicherheit. Nicht alle Fangbetriebe halten sich an Kontrollen zum Schutz der Ozeane wie fangfreie Zonen oder Zeiten, und verbotene Methoden sind weit verbreitet. Der Wert des Fangs aus illegalen, nicht regulierten und nicht gemeldeten Fischereipraktiken wird auf 10 bis 23 Milliarden US-Dollar beziffert; dies entspricht einem Volumen von 11,06 bis 25,91 Millionen Tonnen Fisch. Dass Greenpeace eine Datenbank herausgeben muss, um illegale Fischereischiffe bekannt zu machen, zeigt, wie wenig konkrete Maßnahmen bislang von den Regierungen vorgenommen wurden.



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