In einer ausgewogenen Ernährung ist Fisch ein fester Bestandteil und die Deutschen essen vielleicht auch aus diesem Grund jedes Jahr mehr Fisch. Aber Überfischung und Massen an Beifang bedrohen den Fisch-Bestand der Weltmeere. Nur der nachhaltige Fischkonsum kann das Gleichgewicht wieder herstellen.
Unkontrollierter Fisch-Fang bedroht die Weltmeere. Viele Meerestiere und Fische sind gefährdet
Fisch und Seafood liegen in Deutschland im Trend: Kein anderer Lebensmittel-Sektor legte in den vergangenen Jahrzehnten so kräftig zu. Die Menge der in der Bundesrepublik konsumierten Fisch- und Seafood-Produkte steigt Jahr für Jahr und liegt 2010 bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 15,7 Kilogramm. Das ergibt eine Gesamtmenge von derzeit 2,2 Millionen Tonnen Fisch, der alleine in Deutschland verzehrt wird.
82 Millionen Tonnen Fische werden jährlich von gigantischen Fischfangflotten aus den Meeren gefischt. Viermal mehr als noch vor 50 Jahren. Die Folgen: Viele Speisefische stehen vor dem aus - oder sind von Überfischung bedroht.
Ein erschreckend großer Teil des in der EU verkauften Fisch stammt aus kritischen Quellen. Laut Angaben des WWF-Deutschland landen 500.000 Tonnen illegal gefangenen Fischs jährlich auf unseren Tellern. Und diese Fische kommen nicht nur aus Asien, der Antarktis oder Entwicklungsländern. Es gibt Schätzungen, dass alleine der Dorsch aus der Ostsee zu dreißig bis fünfzig Prozent aus illegalen Fischfängen kommt. Noch dramatischer ist das Thema Beifang zu sehen. Vierzig Prozent des Fangs ist Beifang, der tot oder verletzt wieder in das Meer geworfen wird. Darunter sind Haie, Delfine, Wale, Meeresschildkröten und Seevögel. Von Nachhaltigkeit kann angesichts solcher Zahlen keine Rede sein.
Auch der Konsum von Fischen und Krustentieren aus Zuchtbetrieben hat Schattenseiten. Produkte aus einer Aquakultur haben auf dem deutschen Markt ebenfalls stark zugelegt. Etwa 150 Fischarten und insgesamt 70 Muschel-Sorten und Krustentiere werden in Aquakulturen gezüchtet. Die Welternährungsorganisation FAO schätzt, dass heute schon mehr als 42 Millionen Tonnen Fisch im Jahr aus Aquakulturen stammen. Durch die Fütterung von Fischöl und Fischmehl in der Aquakultur entsteht eine groteske Situation. Denn es wird in der konventionellen Zucht ein Vielfaches an Fischen und Meeresfrüchten aus Wildfang verfüttert, als gewonnen wird. Auch das zeugt nicht von Nachhaltigkeit.
Um den Konsumenten und Konsumentinnen die Entscheidung beim Fischeinkauf zu erleichtern, hat der WWF die wichtigsten der in Deutschland verkauften Fische und Meeresfrüchte auf Nachhaltigkeit überprüft. Auskunft darüber gibt der Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte, der im Folgenden vorgestellt wird.
Konsumenten und Konsumentinnen rät der WWF: Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC- und dem Bio-Label sowie aus einheimischem Wildfang zu bevorzugen und diese als nicht alltägliche Delikatesse zu genießen.
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