Am Dorfrand und um den Bauernhof herum waren sie Jahrhunderte Alltag und machten sehr viel Arbeit – die Rede ist von Streuobstwiesen. Auf ihnen gedeihten insbesondere an das regionale Klima angepasste Obstsorten wie Quitten, Kirschen, Zwetschgen und Pflaumen oder Walnüsse. Doch der Apfel war schon immer die Nummer eins auf den wie zufällig bepflanzten – daher Streuobst – Obstplantagen. Leider ging viel von der Vielfalt verloren. Nummer eins unter den Obstsorten ist der Apfel trotzdem geblieben. Raffinierte Rezepte.
Hunderte von Apfelsorten gibt es noch in deutschen Streuobstwiesen. Im Handel leider nur noch etwa ein Duzend. Kochen Sie doch einfach mal von Deutschlands beliebtestem Obst ein Apfel-Chili-Gelee (c) Thinkstockphotos
Jetzt beginnt die Apfelsaison und die Deutschen freuen sich auf die knackige Vielfalt der beliebtesten Obstsorte. Ursprünglich kamen hunderte Sorten von Äpfel von deutschen Streuobstwiesen, fast jede Region hatte ihre eignen Apfelsorten. Und Streuobstwiesen waren wichtig. Denn Apfel und Co. wachsen auch dort wo Landwirtschaft nicht möglich war und sicherten damit letztlich das auskommen der vielen deutschen Bauern; sei es in steilen Hanglagen oder auf allzu mageren Böden. Gabe es vor 50 Jahren noch 1,5 Millionen Hektar an Streuobstwiesen mit einer unvergleichlichen Mannigfaltigkeit, so sind es heute gerademal 300.000 Hektar und maximal ein Duzend der hunderte von Apfelsorten kommen in den Handel.
Daher heißt es raus aufs Land und mal auf dem Apfelgut oder im Hofladen reinschauen, denn dort sind sie noch zu finden, die klassischen Backäpfel oder der Fruchtige für einen hocharomatischen Apfelsaft, der so im Handel gar nicht zu finden ist. Ein paar raffinierte Apfelrezepte, die nicht nur Apfelliebhaber begeistern. Noch ein Tipp für Allergiker: So mancher Apfelbauer hat alte, traditionelle Sorten, die die selbst von Apfelallergikern vertragen werden.
Dieses Gelee ist nur für Hartgesottene zum Frühstück geeignet. Dieser würzige Apfelgelee ist eher dazu geeignet, um einen kräftigen Käse, kalten Braten oder andere herzhafte Speisen vom kalten Büffet zu begleiten. Tipp: Zu einem tollen Rinderfilet-Steak passt der Chili-Gelee ebenfalls.
Für vier Schraubgläser à 250 ml benötigen Sie:
Ca. 1,5 – 2 Kg kleine, säuerliche Äpfel wie die Sorten Rebella oder Florina, 500 g Gelierzucker 2:1, 4 EL Zitronensaft, 1 – 2 Msp. getrocknete Chilli, 4 CL Calvados
Die gewaschenen, geviertelten und vom Kerngehäuse befreiten Äpfel in einen Entsafter geben und etwa 800 ml Saft für das Apfelgelee auffangen. Gelierzucker, Apfel- und Zitronensaft in einem Topf erhitzen und bei starker Hitze etwa 4 Minuten sprudelnd kochen lassen. Dabei ständig rühren. Je nach Wunsch und Geschmack Chili hinzugeben und den Calvados einrühren und in sauber Schraubgläser füllen. Diese sofort verschließen.
Variation: Ein Apfelgelee schmeckt auch schön herzhaft mit einer Handvoll gehackter Basilikumblätter oder ein paar Löffeln Rosmarinnadeln. Selbst eine Mojito-Variante mit frischer Minze und einem Schuss weißen Rum ist toll.
Apfel-Curry-Suppe, so exotisch wie aromatisch. Ausprobieren lohnt. Die Suppe ist übrigens gut am Tag zuvor vorzubereiten. (c) Pressebüro deutsches Obst und Gemüse
1 Zwiebel
1 großes Bund Suppengemüse
2 EL Rapsöl
1,5 EL Currypulver
1 TL gem. Kurkuma
1 gehäufter EL Mehl
2 EL Tomatenmark
1 l Gemüsebrühe
Salz
Pfeffer
1 Lorbeerblatt
4 Stiele Thymian
1 Rosmarinzweig
500 g säuerliche Äpfel (z. B. Boskoop oder Braeburn)
3 EL Apfelkraut oder -gelee
1 EL Zitronensaft
150 g saure Sahne
Zwiebel schälen, Suppengemüse putzen bzw. schälen, alles würfeln. Im heißen Öl etwa 8 Minuten zugedeckt bei schwacher Hitze andünsten. 1 EL Curry, Kurkuma und Mehl mischen, Gemüse damit bestäuben. Tomatenmark zufügen und unter Rühren 1 Minute anschwitzen. Mit der heißen Brühe ablöschen, mit Salz und Pfeffer würzen und aufkochen.
Lorbeer, Thymian und Rosmarin mit Küchengarn zusammenbinden und zufügen, Suppe 20 Minuten garen. Einen Apfel halbieren, eine Hälfte abgedeckt beiseite stellen. Übrige Äpfel schälen, entkernen und grob würfeln. Zur Suppe geben und weitere 10-15 Minuten garen. Kräutersträußchen entfernen.
Suppe fein pürieren und mit Salz, Pfeffer und Apfelkraut oder -gelee abschmecken. Übrige Apfelhälfte waschen, entkernen, raspeln oder hobeln und mit Zitronensaft mischen. Suppe in Tassen oder Teller füllen, je einen Klecks saure Sahne und etwas Apfelraspel darauf verteilen, leicht mit übrigem Curry bestäuben. Kann sehr gut am Tag zuvor zubereitet werden.
Last but not least: Äpfel in feinen Spalten geschnitten machen sich auch sehr gut in einem bunten Salat und zusammen mit Champignons, Frühlingszwiebeln, Paprika oder Walnüssen.
Und als Ragout, gekocht mit getrockneten Pflaumen und Aprikosen, Zimt, Sultaninen, ein paar gehackten Walnüssen und einem Schuss Rum, etwas Vanilleschote sowie einem Kleks Sauerrahmbutter wird der Apfel zur schnellen Nachspeise aus der Pfanne, die gerne von Eis begleitet wird.
Warum wir zurecht Apfelsaft so lieben und warum Apfel selbst zur Bratwurst schmeckt.
Quellen: Pressebüro Deutsches Obst und Gemüse. Mein Himmel auf Erden, Buch von Thomas Thielemann und Karl Schweisfurth/Gu-Verlag, Mein schöner Garten, Text: Jürgen Rösemeier
Den richtigen Hofladen und den perfekten Bioladen, ganz in Ihrer Nähe, finden Sie in unserem Shopfinder.

Gesundes Essen und Trinken: Heimischer Apfelsaft ist spitze
Deutschland ist Europameister beim Fruchtsaft-Genuss. Fast 37 Liter Saft trinken wir jährlich, alleine über 8 Liter davon ist Apfelsaft. Darin sind wir sogar Weltmeister. Zu Recht, denn er gehört einfach zu einer gesunden Ernährung dazu. Woher unser Apfelsaft kommt, warum er so gesund ist und zu einer nachhaltigen Ernährung einfach dazugehört, ein interessanter Überblick. Weiterlesen

Bratapfel: Genießer-Rezepte für die kalte Jahreszeit
Des Deutschen liebstes Obst ist der Apfel. Er ist gesund, in unzähligen Varianten erhältlich und ein Apfel pro Tag soll bekanntlich den Arztbesuch unnötig machen. Doch nicht nur frisch verzehrt ist der Apfel ein einmaliger Genuss. Auch frisch aus dem Ofen oder der Pfanne begeistert das Obst jeden Gaumen. Die besten Rezepte zu Bratapfel und Co. Weiterlesen

Heute wird gegrillt! Leckere, nicht alltägliche Rezeptideen
Grillen ist beliebt in Deutschland. Doch häufig kommt fertig Eingelegtes aus dem Supermarkt auf den Grill. Dass es auch anders gehen kann, zeigen die Grillprofis. Wer ein wenig in den vielen Grillkochbüchern stöbert, findet tolle, nicht alltägliche Rezepte, die den Gaumen erfreuen und die Gäste auf der nächsten Grillparty begeistern werden. Von einfach bis elegant. Weiterlesen
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann abonnieren Sie doch unseren nachhaltigleben-Newsletter. Jede Woche weitere nützliche Artikel, Tipps und Veranstaltungshinweise
Deutschland geht vor die Tür. Des Deutschen liebste Outdoor-Akitivitäten bewegen täglich Hundertscharen von naturbegeisterten Menschen ins Freie. Wandern, Radfahren und viele andere Freiluftaktivitäten locken uns in die Natur und faszinieren mit einmalig schönen Erlebnissen. Dabei muss dies häufig nicht mit einer langen Anreise verbunden sein. Denn viele Ziele die zum Aktivsein einladen, sind oft direkt vor der eigenen Haustür zu finden. Weiterlesen