Wenn Oma eines konnte, dann ist es kochen, einmachen und damit ihre Lieben verwöhnen. Es duftete so herrlich in Großmutters Küche und das gesunde Essen war meist einfach, oft mit Produkten aus dem eigenen Garten. Diese Rezepte sind strenggenommen sogar für Kochmuffel umsetzbar. Der Tipp für einen stressfreien Sonntagsbraten: Saftig leckeres Brathähnchen auf Gemüse.
So lecker, gesund essen und doch so einfach: Stressfreies Festtagsessen mit knusprigem Bauerngockel nach Großmutters Art. Foto: JRB
Viele kennen so etwas bestimmt nicht. Genauer, nicht mehr. Gemeint ist ein Brathähnchen, das auch mal zweieinhalb, drei Kilo auf die Waage bringen kann. Meist sehen wir nur Fabrikhühner, die 30 Tage wachsen dürfen, als Wachstumsbeschleuniger noch dazu Antibiotika bekommen und ab einem Kilo als schlachtreif gelten. Anders sehen die glücklichen Hühner vom Bauernhof aus, die im Idealfall Bio-Qualität haben. Sie picken und kratzen auf der Wiese, bekommen gutes Futter und fristen ein glückliches und natürliches Dasein. So aufgewachsen, ist das Hühnchen gesundheitlich unbedenklich und ein einfaches Gericht wird zum schmackhaften, gesunden Essen. Völlig stressfrei und unglaublich einfach. Garantiert, denn die nachhaltigleben.de-Redaktion hat das Rezept selbst ausprobiert und verfeinert.
Grundsätzlich ist das Rezept für das Brathähnchen für 6 Personen geeignet. Benötigt wird:
1 Bauernhähnchen mit 2,5 bis 3 Kg, 1 Bund glatte Petersilie, 1 Knolle Knoblauch, 3 vollreife Tomaten oder, wenn im Winter zubereitet, 8-10 Stücke getrocknete Tomaten, 3 rote Zwiebeln, 6 mittelgroße, feste Kartoffeln, 1 Sellerieknolle, 2 – 3 Möhren, 4 EL Olivenöl, 400 ml Geflügelfond, 2 Lorbeerblätter, Salz, schwarzer Pfeffer aus der Mühle, 200 ml trockener Weißwein, 2 EL Butter

Unbedingt das Hähnchen ein, zwei Stunden vor der Zubereitung aus dem Kühlschrank nehmen bei Zimmertemperatur erwärmen lassen. Das reduziert die Garzeit. Dann das Brathähnchen kalt abwaschen, trockentupfen und mit dem kompletten Bund Petersilie füllen. Nur ein paar Blätter für die spätere Dekoration aufheben. Die Sellerieknolle schälen, grob schneiden, die Karotte abwaschen und in kleine Stücke schneiden, die geschälte Zwiebel vierteln. Die gewaschenen Kartoffeln ebenfalls vierteln, und das Gemüse inklusive halbierter, ungeschälter Knoblauchknolle in einen nach Vorschrift gewässerten Römertopf geben. Das Rezept kann auch in einem Bräter umgesetzt werden, was aber zusätzliche Arbeit bereitet.
Wird ein Bräter mit Deckel für das Brathähnchen benutzt, dann den innen und außen gesalzenen Bauerngockel in 4 EL Olivenöl von allen Seiten anbraten, das Gemüse kurz mitdünsten, dieses etwas salzen und pfeffern, Gemüsefond, etwas Wein angießen und in vorgeheizten, 225 Grad heißen Backofen (bei Umluft) stellen. Dabei weiter verfahren wie mit Römertopf. Bei einem Bräter ohne Deckel muss das Brathähnchen ab der ersten Hautbräunung mit dem Fond etwa alle 15 Minuten übergossen werden. Mit Deckel: Verfahren wie beim Römertopf (Deckel weg, übergießen, siehe unten).

Nachhaltiger zubereitet wird Großmutters Brathähnchen mit dem Römertopf. Das Garen ist schonender und umweltfreundlicher, damit ein gesundes und fettarmes Essen. Nimmt man einen Römertopf zum Kochen, dann kommen zunächst alle geschnittenen Zutaten in den Topf, der innen und außen gesalzene Gockel oben auf. Angegossen mit Fond und Weißwein und ebenfalls leicht gepfeffertem Gemüse, kommt der Römertopf in den kalten Backofen. Dieser wird auf 225 Grad (Auch Umluft) erhitzt.
Bei dieser Garmethode eines Brathähnchens kann etwa, und als Faustregel, pro Kilo Huhn mit einer Stunde Garzeit gerechnet werden. Hat das Brathähnchen also 3 Kilo, dann drei Stunden garen, den Deckel entfernen und auf 180 Grad runterschalten. Für eine halbe Stunde weitergaren (zum bräunen) und in dieser Zeit zwei Mal leicht übergießen. Wer mit einem Fleischthermometer arbeitet (empfehlenswerte Anschaffung), sollte eine Kerntemperatur von mindesten 79 Grad ablesen können.
Zwar ohne Saucenbinder und anderer chemischer Hilfsmittel, dadurch etwas dünner, aber sehr schmackhaft: Die Sauce zum Brathähnchen. Dazu den Bauerngockel nach Entfernen des Deckels aus dem Bräter oder Römertopf nehmen und die Flüssigkeit in einen Topf gießen. Etwas vom Gemüse hinzugeben, ggf. ein, zwei gebackene Knoblauchzehen. Dies nun aufkochen lassen und etwas reduzieren lassen, 2 EL Butter hinzugeben und am besten mit dem Zauberstab kurz zu einer homogenen Sauce aufmixen. Mit Salz und frischem Pfeffer sowie ein paar Spritzer Worcestershire-Sauce abschmecken.
Das Brathähnchen nun zerteilen, mit dem Gemüse und den Kartoffeln anrichten, Sauce dazu und mit etwas frischer Petersilie bestreuen. Hierzu passt ein knackiger Salat, Im Winter beispielsweise Zuckerhut oder Feldsalat. Im Sommer ist Kopfsalat oder eine farblich aparte Mischung aus Lollo Rosso und Lollo Bianco ideal.
Wo bekomme ich den Bauerngockel in dieser Dimension? Wer keinen Händler oder Bauernhof seines Vertrauens hat, wird garantiert in unserer Datenbank mit regionaler Händler-Suche fündig.
Quelle: Rezept entdeckt in Mein Himmel auf Erden, GU Verlag Text: Jürgen Rösemeier
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